Metalle nennt man alle diejenigen chemisch einfachen Körper oder Elemente, die sich von den Nichtmetallen oder Metalloiden (s. d.) hauptsächlich durch folgende Eigenschaften unterscheiden: sie sind undurchsichtig seine Ausnahme macht das Gold, das in äußerst dünnen Blättchen mit grüner Farbe durchscheinend ist); sie besitzen einen Llnhen Glanz, Metallglanz, der auf den Krystallflächen und im polierten Zustande wahrzunehmen ist; sie besitzen in höherm Grade das Vermögen, Wärme und Clektricität zu leiten; sie sind zum Teil geschmeidig; sie haben meistens ein hohes spezifisches Gewicht. Durch letztere Eigenschaft sind namentlich die sog. schweren M. charakterisiert, nicht die M. der Erden und der Alkalien, von denen z. B. Kalium spezifisch leichter als Wasser ist. Alle M. sind bei gewöhnlicher Temperatur fest, mit Ausnahme des Quecksilbers, und verbinden sich ohne Ausnahme mit Sauerstoff zu Oxyden, die zum größten Teil basische Eigenschaften besitzen, sowie mit Chlor, Brom, Jod und Schwefel. Man unterscheidet leichte M. und schwere M. Zu den leichten Metallen rechnet man alle M. von einem spezifischen Gewicht nicht über 5,0, die sich mit Sauerstoff sehr lebhaft zu Oxyden verbinden und die fast durchweg basisch und durch Wasserstoffgas nicht reduzierbar sind, nämlich: a) die M. der Alkalien, leichter als Wasser, dasselbe heftig zersetzend und mit Sauerstoff die bekannten in Wasser löslichen Alkalien gebend (Kalium, Natrium, Lithium, Cäsium, Rubidium); b) die M. der alkalischen Erden, schwerer als Wasser, spezifisches Gewicht 1,6 bis 2,5, das Wasser rasch zersetzend, die Oxyde ebenfalls mit alkalischer Reaktion in Wasser löslich, aber weit schwerer als die vorigen (Baryum, Strontium, Calcium und Magnesium); o) die M. der Erden, schwerer als Wasser, dasselbe bei gewöhnlicher Temperatur nicht zersetzend, die Oxyde starke Basen, aber in Wasser unlöslich (Aluminium, Zirkonium, Beryllium oder Glycium, Cerium, Yttrium und die noch wenig bekannten Thorium, Lanthan, Erbium, Terbium und Didym). Die schweren Metalle, die eigentlichen M. der ältern Chemiker, von einem spezifischen Gewicht über 5,o und sämtlich mit deutlichem Metallglanz, die die Elektricität unzweifelhaft leiten, und deren Oxyde, mit Ausnahme des Mangans, durch Wasserstoffgas reduzierbar sind, sind a) strengflüssige, welche Wasser im Rotglühen für sich, mit Säuren bei gewöhnlicher Temperatur (mit Ausnahme der drei letzten) zersetzen, an der Luft sich ganz von selbst allmählich oxydieren und mit Sauerstoff eine ganze Reihe von Verbindungen geben, deren höchste saure Eigenschaften haben, während die niedrigern kräftige Basen sind (Mangan, Eisen, Kobalt, Nickel, Chrom, Uran, Molybdän, Vanadium und Wolframj, b) leichter schmelzbare, die Wasser im Glühen, aber nicht durch Säuren zersetzen, zwei basische Oxyde bilden, deren höheres sich auch als Säure uDei (Zinn und Kupfer); o) leicht schmelzbare, zum Teil flüchtige, die Wasser zersetzen und nur ein basisches Oryd bilden (Wismut, Blei, Thallium, Indium, Gallium, Zink und Cadmium); d) sog. edle M., welche Wasser bei keiner Temperatur zersetzen, sich an der Luft nicht von selbst oxydieren, und deren Oryde schon durch bloße Erhitzung zersetzbar sind Quecksilber, Silber, Gold, Platin, Palladium, Rhodium, Osmium, Ruthenium und Iridium). Endlich gibt es noch einige, deren Stellung —69 6 ist, so das Niobium, Titan und Tantal. nden eigentlichen Metallen sind technisch bemerkenswerte Eigenschaften: a) die Fähigkeit, eine hohe Politur anzunehmen, welche aber nur bei den edeln M., beim Nickel und unter Umständen beim Stahl, an der Luft beständig ist; b) die Schmelzbarkeit, wovon die Möglichkeit abhängt, M. durch den Guß zu formen, in welcher Beziehung die M. so folgen: Zinn, Wismut, Blei, Zink, Kupfer, Silber, Gold, Eisen und Platin; e) die Schweißbarkeit, d. h. die Eigenschaft, sich in Weißglühhitze so zu erweichen, daß man getrennte Teile unmittelbar vereinigen kann, welche nur dem Eisen, Platin und Palladium, in gewisser Beziehung auch dem Blei, Kalium und Natrium zukommt. Destillierbar sind das Quecksilber, Zink, Cadmium, Kalium und Natrium. Was das magnetische Verhalten der M. betrifft, so sind besonders Eisen, Nickel und Kobalt geneigt, Magnetismus anzunehmen; durch den elektrischen Strom werden die nämlichen M. in temporäre Magnete verwandelt. Die Farbe der M. ist sehr verschieden, und die Eigenschaft derselben, Legierungen zu geben, d. h. sich untereinander in verschiedenen Verhältnisse zusammenschmelzen zu lassen (s. Legierungen), gestattet eine große Mannigfaltigkeit, wie die verschiedenen Farben des mit Kupfer und Silber legierten verarbeiteten Goldes, das Messing und die andern Legierungen aus Kupfer und Zink (Tombak u. s. w.), die Bronzen (aus Kupfer, Zinn und Zink) und das Neusilber (Kupfer, Zink und Nickel) beweisen. Manche M. nehmen beim Erkalten eine krystallinische Struktur an, wovon z. B. das Metallmoor (moiré métallique) der verzinnten Blechwaren abhängt. Hart sind die M., mit Ausnahme der kohlehaltigen erbindungen des Eisens (des Stahls), nicht in sehr hohem Grade; damit hängt zum Teil ihre Clasticität und Biegsamkeit zusammen, sowie die Fähigkeit, zu klingen. Auch hierin lassen sich durch Legierungen besonders technisch anwendbare Zwischenstufen erzeugen. Die meisten technisch nicht anwendbaren M. sind spröde; hämmerbar sind Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Platin, Blei, Zink und Eisen, letzteres besonders in der Hitze, was jedoch nach dem Grade der Reinheit manche Abänderung erleidet. Zu Drähten und Blechen dehnbar sind dieselben M., doch in etwas anderer Ordnung, nämlich Gold, Silber, Platin, Eisen, Kupfer, Zink, Zinn und Blei. Indem die M. sich mit Sauerstoff verbinden, entstehen die Metalloxyde, die mit Ausnahme einer ewissen Anzahl, wie z.B.der Chromsäure, Mangansunte, Üübermangansäure, sich als Basen, oder indifferent, wie die Suboxyde und Superoryde, verhalten. (S. Oxyd.) Durch Verbindung der Metalloxyde mit Säuren entstehen die M etallsalze.