FeedMolybdän
NaturlehreBrockhaus 1882

Molybdän (chem. Symbol Mo, Atomgewicht — 92), ein einfacher metallischer Körper, findet sich in der Natur hauptsächlich in Verbindung mit Schwefel als Molybdänglanz, ferner als molybdänsaures Bleioxyd (Gelbbleierz), sehr selten aber als Molybdänsäure (Molybdänocher). Das Molybdänmetallerscheint gewöhnlich als ein graues, luftbeständiges Pulver, welches durch den Strich Metallglanz annimmt und die Clektricität leitet. Nur im stärksten Gebläsefeuer läßt es sich in kleinen Massen zusammenschmelzen und ist dann zinnweiß und stark metallglänzend. Sein spezifisches Gewicht ist 8,6. Es ist etwas härter als Silber und läßt sich breit hämmern, ohne daß es zerspringt. Das M. oxydiert sich leicht; an der Luft bei gewöhnlicher Temperatur verliert es seinen Glanz und läuft nach und nach in verschiedenen Farben an. Es bildet mit dem Sauerstoff drei Verbindungen, nämlich das Molybdänorydul, das Molybdänoxyd und die Molybdänsäure. Letztere verbindet sich mit dem Ammoniak zu dem molybdänsauren Ammoniak, einem weißen, krystallinischen Salze, das in der analytischen Chemie zur Erkennung der Phosphorsäure eine wichtige Rolle spielt. Die Verbindung der Molybdänsäure mit Phosphorsäure, die Phosphormolybdänsäure, ist in wässeriger Lösung eins der besten Reagentien auf die organischen Basen. Durch Reduktion der Molybdänsäure mittels Zinnsalz erhält man eine schöne blaue Farbe, aus molybdänsaurem Molybdänoxyd bestehend, die wiederholt, jedoch vergeblich, als Mineralindig in die Färberei einzuführen versucht wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 810Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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