Metamorphose (grch.) heißt eigentlich jede Verwandlung in eine andere Gestalt oder eine Umgestaltung. In der Mythologie bezeichnet man mit M. die zahlreichen Verwandlungen von Menschen in Tiere, Steine, Bäume, selbst in Feuer oder Wasser u. s. w. Die kühne und lebhafte Einbildung der Morgenländer hat zahlreiche Dichtungen dieser Art geschaffen. Unter den Griechen bearbeiteten dieses Gebiet namentlich die Dichter, Sophisten, Rhetoren und Grammatiker des alexandrinischen Zeitalters, namentlich Kallisthenes, Antigonus, Nikander, Parthenius u. a., aus deren Werken Antoninus Liberalis in seinen Metamorphoses v noch Bruchstücke erhalten hat; unter den Römern vor allen Ovidius in dem unter dem Titel Metamorphoseno bekannten Gedicht.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 662Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei