FeedFlüchtigkeit
NaturlehreBrockhaus 1882

Flüchtigkeit heißt die Eigenschaft mancher fester und vieler flüssiger Körper, unter gewissen Umständen die Dunst-oder Gasform annehmen zu können; hierher gehören z. B. Moschus, Kampfer, Wasser, Alkohol, Schwefeläther u. v. a. Viele der flüchtigen Körper verraten sich durch den Geruch. (S. Verlückheringe oder Kieler Sprotten, s. un· lückiger (Friedr. Aug.), namhafter Pharmakognost, geb. 15. Mai 1828 zu Langenthal in der Schweiz als Sohn eines Kaufmanns. Von 1838 bis 1844 besuchte er das Progymnasium zu Burgdorf‚, 1845 die Nobacksche Handelsschule zu Berlin, I wurde aber bald durch die chem. Vorlesungen Rammelsbergs veranlaßt, an der dortigen Universität Chemie und Geologie zu hören und diese Studien darauf in Bern fortzusetzen. Nachdem er 1847—49 in einer Apotheke in Solothurn die praktische Pharmacie erlernt und im nächsten Jahre als Pharmaceut in Straßburg konditioniert hatte, bezog er 1851 die Universität Heidelberg, wurde 1852 Assistent am dortigen chem. Laboratorium und ging dann nach Paris, um im Laboratorium von Wurtz seine chem. Studien fortzusetzen. In den J. 1853—60 war er praktischer Apotheker in Burgdorf bei Bern, dann Direktor der Staatsapotheke zu Bern und Präsident des Schweizerischen Apothekervereins, in! dessen Auftrage er sich an der Herausgabe der ersten und zweiten Ausgabe der Pharmacopoea Helvetica beteiligte. Im J. 1861 habilitierte er sich als Docent der Pharmakognosie an der Universität Bern, wurde 1870 zum außerordentlichen Professor ernannt, folgte aber 1873 einem Rufe als ord. Professor und Direktor des pharmaceutischen Instituts an der Universität Straßburg und wurde als solcher 1881 und 1882 in die Kommission zur Neubearbeitung der Pharmacopoea Germanicay berufen. F. hat durch eine Reihe wichtiger Untersuchungen und Abhandlungen die Pharmakognosie wesentlich aten pt und wurde bei Gelegenheit des internationalen pharmaceutischen Kongresses zu London (Aug. 1881) durch die Verleihung der goldenen Hanbury-Medaille ausgezeichnet. Außer zahlreichen in deutschen und engl. Fachzeitschriften erschienenen Abhandlungen veröffentlichte er:«Lehrbuch der Pharmakognosie des Pflanzenreichso (Berl. 1867; 2. Aufl. 1883), Grundlagen der pharmaceutischen Warenkunde (Berl. 1873), gemeinschaftlich mit Hanbury Pharmacographia, a history of the principal drugs of vegetable origin, met with in Great Britain and Britisbh Indiao (Lond. 1875; 2. Aufl. 1879), «Pharmaceutische Chemiev (Berl. 1878), Die Chinarindeno (Berl. 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 924Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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