Michaelis (Karoline), geb. 2. Sept. 1763 zu Göttingen als Tochter des dortigen Professors Joh. David M., vermählte sich 1796 mit dem Dichter Aug. Wilh. von Schlegel. Von ihm 17. Mai 1803 geschieden, vermählte sie sich 26. Juni 1803 mit dem Philosophen Schelling und starb zu Jena 7. Sept. 1809. Vgl. Waitz, Caroline. Briefe an ihre Geschwister 4.5 (2 Bde., Lpz. 1871) und Caroline und ihre Freunder (Lpz. 1882). Michaelis (Otto), Vorsitzender der Verwaltung des Reichsinvalidenfonds und namhafter nationalökonomischer Schriftsteller, geb. 12. Sept. 1826 zu Lübbecke (Westfalen), studierte 1844—47 in Bonn und Berlin Rechts⸗ und Staatswissenschaften und trat im Herbst 1847 als Auskultator beim Oberlandesgericht zu Paderborn ein. Im J. 1849 wegen Preßvergehens angeklagt, wurde er zwar freigesprochen, aber aus dem Justizdienst entlassen. M. siedelte nach Berlin über, wurde 1851 Redacteur des volkswirtschaftlichen Teils der National-Zeitungs, war 1858 in Gotha Mitbegründer des Kongresses Deutscher Volkswirte und gab seit 1863 im Verein mit Faucher die Vierteljahrsschrift für Volkswirtschaft und Kulturgeschichtes heraus. Im J. 1861 wurde M. in das preuß. Abgeordnetenhaus, 1867 auch in den Norddeutschen Reichstag gewählt, wo er sich der nationalliberalen Partei anschloß; er legte aber seine Mandate nieder, als er bei Errichtung des Bundeskanzleramts (Aug. 1867) als vortragender Rat in dasselbe berufen wurde. Im J. 1867 wurde M. Direltor der Finanzabteilung im Reichskanzleramt, 1879 Vorsitzender der Verwaltung des Reichsinvalidenfonds. M. hat an der Codifizierung der wichtigsten wirtschaftlichen Gesetze des Reichs, wie der Gewerbeordnung, des Münz⸗ und Bankgesetzes, wesentlichen Anteil gehabt. Seine Volkswirtschaftlichen Schrifteno erschienen gesammelt (Bd. 1 u. 2, Berl. 1873).