FeedMid-Lothian oder Edinburghshire
ErdkundeBrockhaus 1882

Mid-Lothian oder Edinburghshire, die mittelste der drei Grafschaften von Lothian (s. d.) in Südschottland, zählt auf 950,6s qkm, wovon zwei Drittel kulturfähig sind, eine Bevölkerung von (1881) 388 977 E. und hat zur Hauptstadt Edinburgh (s. d.). Hinter dem Küstenstrich, in welchem Ebenen, Hügelgelände und herrliche Thäler abwechseln, erhebt sich das Pentlandgebirge, dessen höchster Punkt, der Carnethy-Cairn, 561 müber das Meer aufsteigt, und welches die Braid-Hills und Blackford-Hills mit Spuren vulkanischen Ursprungs bis in die Nähe der Hauptstadt aussendet. Dicht südöstlich von derselben stehen isoliert zwei kahle, merkwürdig geformte Berge, der Arthur's-Seat von 220 m und der Salisbury-Craigs von 166 m Erhebung. Während die Pentland-Hills unfruchtbar und nur dürftige Heide bieten, enthalten die im Südosten durch das Thal des Esk und einen großen Torfmoor von ihnen getrennten Moorfoot-Hills, welche die Höhe von 700 merreichen, recht gutes Weideland. Bewässerung geben der Nord- und Süd-Esk, die aus romantischen Gebirgsthälern hervorbrechen, der Fluß Leith und der Almond an der Ostgrenze. Unter den Kanälen ist der Unionskanal der wichtigste. Der Kreideboden ist vorherrschend, strichweise sehr fruchtbar und vortrefflich bebaut. Ausgedehnte Hutungen unterstützen die Viehzucht und Milchwirtschaft. Kalksteine, Porzellanerde und Brennmaterialien sind reichlich vorhanden, namentlich auch Steinkohlen, deren ergiebigste Lager bei Dalkeith ausgebeutet werden. Die Einwohner ziehen ihren Unterhalt hauptsächlich aus der Versorgung der Hauptstadt, des Mittelpunktes der Fabrik⸗ und Manufakturindustrie, mit den Erzeugnissen der Landwirtschaft, des Bergbaues und der Fischerei.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 703Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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