FeedMidoline
ReligionBrockhaus 1882

Midoline heißt im Buchdruck eine Schriftgattung, welche die Formen der deutschen (Fraktur) und der lat. Schrift (Antiqua) in sich vereinigt. Midrasch (hebr.), d. h. Auslegung, Erklärung, in der rabbin. Sprache Bezeichnung für die Verwendung der biblischen Stellen für gesetzliche oder erbauliche Zwecke, daher man von Midrasch-Halacha und Midrasch-Hagada (s. Hagada, Halacha) spricht. Gewöhnlich versteht man unter M., Mehrzahl Midraschim, Sammlungen homiletischer Bearbeitungen des heiligen Textes; sie gehören in ihrer heutigen Gestalt dem 6. bis 11. Jahrh. an. Die bekanntesten sind: Midrasch-Rabba (Rabbot) zu den fünf Büchern Mosis und den fünf Megillot (Hohelied, Ruth, Klagelieder, Prediger, Esther); Midrasch-Tanchuma zu den fünf Büchern Mosis; Midrasch-Jalamdenu ebenfalls zu den fünf Büchern Mosis, mit Midrasch-Tanchuma zusammengeschmolzen; 200 u unter verschiedener Gestaltung; Schocher-Tob zu Psalmen; das Sammelwerk Jalkut-Schim'oni, angeblich von Simon Kara (11. Jahrh.) u. s. w. Die Midraschim sind häufig kommentiert, ein Teil von Ugolini in dessen Thesaurus » lateinisch, von Wünsche deutsch wiedergegeben worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 703Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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