FeedMistbeete
Sport & SpielBrockhaus 1882

Mistbeete, Frühbeete, die mit Pferdemist, Laub oder Lohe künstlich angelegten und mit demselben Material umgebenen und mit Fenstern bedeckten Beete, in welchen teils frühzeitiges Gemüse, teils ausländische Pflanzen gezogen werden, welche im Freien nicht gedeihen. Sie sind entweder in eine 1,„5—2 m tiefe, ausgeschlagene Grube eingesenkt, oder auch wohl auf der Oberfläche der Erde angelegt und mit einer Einfassung von Holz oder Mauerwerk umgeben. Je nach der Menge des Mistes, die man anwendet, unterscheidet man warme, temperierte und kalte M. Am wärmsten sind immer die mit frischem Pferdedünger hergestellten. Die Stärke der auf dem Dünger lagernden Erdschichte richtet sich nach der Bewurzelung der zu kultivierenden Pflanzen. Die geeignetste Lage für M. ist diejenige, bei welcher sie den ganzen Tag über Sonne haben und gegen Luftzug, sowie auf der Mitternachtseite geschützt sind. Bei kalter Witterung werden die Fenster der M. noch mit Strohdecken oder Holzladen belegt, bei zu starkem Sonnenschein mit Rohrdecken u. s. w. beschattet. Bei gelinder Witterung wird ihnen Luft gegeben, und bei warmem, sanftem Regen werden die Fenster ganz abgenommen. Je weiter das Jahr vorrückt und je wärmer das Wetter wird, desto mehr muß man die Pflanzen an die Luft gewöhnen; bei vielen kann man dann am Tage die Fenster ganz abnehmen und braucht sie nur des Nachts und bei unfreundlicher Witterung aufzulegen. Im Spätsommer oder Herbst müssen die M. geräumt und vom Ungeziefer gesäubert werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 769Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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