FeedMonnier (Henri Bonaventure)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Monnier (Henri Bonaventure), franz. Schriftsteller und Zeichner, geb. 6. Juni 1799 zu Paris, war erst Notariatsschreiber, dann Beamter des Justizministeriums und machte sich einen Namen durch Federzeichnungen und geistvolle Karikaturen. Er hatte schon Bérangers Lieder und Lafontaines Fabeln mit Kupfern ausgestattet, als er 1830 das Werk, welches seinen Ruf begründet hat: «Scènes populaires dessinées à la plume „, veröffentlichte. Darin finden sich die seitdem stereotyp gewordenen Figuren des Monsieur Joseph Prudhomme, des pedantischen grotesk-feierlichen Schreiblehrers, und der »Madame Gibou », der naiven, geschwätzigen Pförtnerin. Darauf folgten KNouvelles scènes populaireso (4 Bde., 1836—39), «Scènes de la ville et de la campagnen (2 Bde., 1841), Scènes populaires compléèteso (2 Bde., 1846); (Les bourgeois de Pariso (1854), eine Reihe von humoristischen naturgetreuen Schilderungen der Sitten und Gespräche der niedern Volksklasse. Einige dieser komischen Typen brachte M. auf die Bühne, namentlich in La grandeur et décadence de Joseph Prudhommer (1852), ein Lustspiel, welches großen Beifall fand, Joseph Prudhomme, chef de bri⸗- gandso (1860). Er starb 3. Jan. 1877 zu Paris.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 825Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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