FeedMonomanie
HeilkundeBrockhaus 1882

Monomanie (grch.) ist ein zuerst von Esquirol (s. d.) in die Psychiatrie eingeführter Begriff und diente demselben zur Bezeichnung aller derjenigen Formen chronischer Geistesstörung, bei denen nur eine partielle Störung der Intelligenz, der Neigungen oder des Willens vorhanden ist, beziehungsweise zu sein scheint. Esquirol unterschied demnach eine intellektuelle, affektive und impulsive M., welch letztere er als besondere geistige Krankheitsarten ansah. Diese Lehre erlangte besonders in forensischer Beziehung Wichtigkeit, da aus Esquirols und seiner Nachfolger Darstellung hervorzugehen schien, daß es Formen von Geistesstörung gebe, welche sich ausschließlich auf die Willenssphäre beschränken und nur in der unmotivierten Neigung zu kriminellen Handlungen (Mord und Brandstiftung) sich kundgeben (Rordmonomanie, Pyromanie, d. i. Brandstiftungstrieb, Kleptomanie, d. i. Stehlsucht). Neuere Untersuchungen haben ergeben, daß die Esquirolschen M., soweit sie nicht der partiellen Verrücktheit und der gewöhnlichen Manie angehören, meist als Teilerscheinungen epileptischer Zustände aufzufassen sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 827Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Heilkunde 6