FeedMonotheleten
ReligionBrockhaus 1882

Monotheleten (grch.) hießen die Anhänger einer christl.,, den Monophysiten (s. d.) verwandten Partei, welche zwar die Zweiheit der Naturen in Christo anerkannte, aber wegen der Einheit der Person die Einheit des Wollens und Wirkens in ihm lehrte und behauptete, daß sein menschliches Wollen und Thun im göttlichen untergegangen, von diesem gleichsam verschlungen gewesen sei. Die Partei und der Streit über sie entstand infolge des Versuchs, den Kaiser Heraklius auf den Rat der Bischöfe Cyrus von Alexandria und Sergius von Konstantinopel 633 machte, die Monophysiten mit der orthodoxen Kirche durch die Formel wieder zu vereinigen, daß Christus seine Werke durch Eine gottmenschliche Wirkungsweise vollbracht habe. Gegen diese Formel traten Sophronius, Bischof von Jerusalem, und andere, welche Dyotheleten genannt wurden, heftig auf, und nun entspann sich ein Kampf, den weder das kaiserl. Edikt «CEkthesisv von 638, noch der Typoso des Kaisers Constans II. von 648 zu schlichten vermochte. Erst dem sechsten ökumenischen Konzil zu Konstantinopel 680 gelang es, der Lehre von zwei in Christo ohne Gegensatz und Vermischung vorhandenen Willen und Wirkungsweisen ein Übergewicht zu sichern. Aus den Überresten der M. bildeten sich die Maroniten (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 828Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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