Montalembert (Charles Forbes de Tryon, Graf von), berühmter franz. Publizist und Staatsmann, Sohn des Grafen Mare René Anne Marie, geb. 29. Mai 1810 zu London, begeisterte sich in seiner Jugend für Romantik und neukath.⸗liberale Politik und war Mitarbeiter an Lamennais' revolutionär-kath. «Aveniro (1830), dessen Verdammung von seiten der röm. Kurie jedoch M. zu orthodoxer Gesinnung zurückführte. Durch Erbrecht Mitglied der Pairskammer, machte er sich zum Vertreter der kath. und klerikalen Interessen, söhnte sich aber mit der aus der Februarrevolution von 1848 hervorgegangenen Republik aus. M. wurde in die Konstituierende Nationalversammlung und in die Gesetzgebende Versammlung gewählt, stimmte anfangs mit den gemäßigten Republikanern, ging aber bald vollständig zur Reaktion über. Unter Napoleon III., den er nur kurze Zeit unterstützte, vertrat er in dem Gesetzgebenden Körper beinahe allein die Opposition. Bei den Wahlen 1857 nicht wiedergewählt, wandte er sich ausschließlich litterarischen Arbeiten zu. Doch glänzte er als Schriftsteller weniger als auf der Rednerbühne. Er starb 13. März 1870. M. ist durch mehrere Werke bekannt, die ihm 1851 einen Sitz in der Französischen Akademie verschafften, und von welchen er selbst eine Gesamtausgabe (9 Bde., Par. 1861—68) besorgte. Als die merkwürdigsten dieser Schriften sind zu erwähnen: Vie de Sainte-Elisabeth de Hongrien (Par. 1836; deutsch von Städter, 3. Aufl., Regensb. 1862) und „Les Moines d'Oceidenty (5 Bde., Par. 1860—68; deutsch von Brandes, 5 Bde., 1860—-68). Nach seinem Tode erschienen «Lettres à un ami de collége 1827—305 (Par. 1874). Vgl. Craven, Le comteè de M.v (Par. 1873); Hoffmann, «Karl Graf von M.v (Heidelb. 1876).