Montgolfier (Jacques Etienne), der Erfinder des Luftballons, geb. 7. Jan. 1745 zu Vidalon-les-Annonay im franz. Depart. Ardeche, wo sein Vater eine Papiermanufaktur besaß, widmete sich nebst seinem ältern Bruder, Joseph Michael M., dem Studium der Mathematik, Mechanik und Physik und wurde Architekt. Beide Brüder übernahmen später die väterliche Papierfabrik. Durch die Lektüre der Priestleyschen Schrift über die Luftarten und durch eigene Beobachtungen wurde Etienne in Gemeinschaft mit seinem Bruder auf die Erfindung einer Art von Luftschiffen geführt, welche nach ihm Montgolfières genannt wurden. Den ersten Versuch machten sie damit 1782 zu Annonay, und da dieser gelang, begab sich Etienne noch in demselben Jahre nach Paris, wo er, sowie in Versailles, vor dem Hofe das Experiment wiederholte. (S. Luftballon und Luftschiffahrt.) Beide Brüder wurden hierauf von der Akademie als korrespondierende Mitglieder aufgenommen, und außerdem erhielten sie noch verschiedene Belohnungen. Etienne starb 2. Aug. 1799 zu Servieres, wo er zuerst den Gedanken seiner Erfindung gefaßt hatte. — Sein Bruder, Joseph Michael M., geb. 1740, machte sich noch außerdem durch mehrere eigene Erfindungen, besonders (gemeinschaftlich mit Argand 1796) die des Stoßhebers oder hydraulischen Widders (bélier hydraulique) berühmt. Als die Revolutionsstürme sein Gewerbe störten, begab er sich nach Paris, wo er nach Wiederherstellung der Ordnung beim Bureau der Künste und Manufakturen, dann als Administrator am Kunst⸗ und Gewerbskonservatorium angestellt wurde. Er gab 1807 die erste Idee zur Errichtung einer Gesellschaft zur Ermunterung der Industrie und starb im Badeorte Balaruc 26. Juni 1810. Von den verschiedenen Werken, welche die Brüder herausgaben, sind zu nennen: „Discours sur LPaérostato (Par. 1783), «Mémoire sur la machine aërostatique (Par. 1784) und „Les voyageurs aérienso (Par. 1784). Ein Denkmal der beiden Brüder wurde 13. Aug. 1883 in Annonay enthüllt.