Montmorency (Henri II., Herzog von), Enkel des vorigen und Henris I., geb. 30. April 1595 zu Chantilly, wurde bereits im Alter von 17 Jahren Admiral, 1613 Gouverneur von Languedoc. In den J. 1621—22 und 1625—30 bekämpfte er die Hugenotten unter Rohan in Südfrankreich, das zweite mal als Führer holländ. Schiffe gegen Rochelle, dessen Besatzung er die Inseln Re und Oleron entriß. Während des Mantuanischen Successionskriegs hatte er 1630 den Oberbefehl in Piemont, wo er die Spanier unter Doria schlug. Nach diesem Siege, dem die Aufhebung der Belagerung von Casale folgte, erhielt er den Marschallsstab. Weil er aber den vertriebenen Herzog Gaston von Orléans in seinem Gouvernement Languedoc aufnahm und für ihn die Waffen ergriff, wurde er 23. Aug. 1632 zum Majestätsverbrecher erklärt. Der Marschall Schomberg, an der Spitze königl. Truppen, lieferte den Aufrührern 1. Sept. bei Castelnaudary ein Treffen, in welchem M. schwer verwundet ward. Man führte ihn gefangen nach Toulouse, wo das Parlament über ihn das Todesurteil fällte. Am 30. Okt. 1632 wurde er auf dem Stadthause zu Toulouse enthauptet. Keiner seiner Zeitgenossen soll ihn an Schönheit, Anmut und Kühnheit übertroffen haben. Da er keine Kinder hinterließ, so fielen seine Güter an seine Schwester Charlotte, Gemahlin Heinrichs II. von Bourbon-Condé, und nach dem Tode des letzten Condé an das Haus Orléans. Ducros veröffentlichte eine Mistoire de Henri, dernier duc de M. (Par. 1663).