Müllenhoff (Karl Victor), namhafter Germanist, geb. 8. Sept. 1818 zu Marne in Süderditmarschen, studierte in Kiel, Leipzig und Berlin Philologie, habilitierte sich 1843 in Kiel und wurde 1846 außerord., 1854ord. Professor der deutschen Sprache und Litteratur. Seit Herbst 1858 wirkte er in gleicher Eigenschaft an der Universität zu Berlin. Er starb daselbst 19. Febr. 1884. M.s erste Arbeiten erschienen in den RRordalbingischen Studieno (seit 1844), daneben eine kritische Arbeit über die Kudruno (Kiel 1845) und die Schrift De antiquissima Germanorum poesia choricav (Kiel 1847). An der Redaktion der KAllgemeinen Monatsschrift für Wissenschaft und Litteraturo (Braunschw. 1851 — 54) und von Haupts (Zeitschrift für deutsches Altertum (vom 12. Bande an) hatte er einen wesentlichen Anteil. Für die erstere schrieb er die Abhandlungen KZur Runenlehre (mit Liliencron, 1852, auch besonders erschienen), «liber den Bau der Elegien des Properzvy (1854) und die kritische Untersuchung „Zur Geschichte der Nibelunge Nöte (auch besonders abgedruckt, Braunschw. 1855). Diesen Arbeiten folgte später De carmine Wessefontano (Berl. 1861), «Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem 8. bis 12. Jahrh.v (mit Scherer, Berl. 1864; 2. Aufl. 1873), 4Germania antiqua (eine neue kritische Textausgabe von Schriften des Tacitus, Strabo, Ptolemäus u. a., Berl. 1873 fg.), „Altdeutsche Sprachprobeno (3. Aufl., Berl. 1878). Unter seiner Leitung erschien Das deutsche Heldenbuch» (Bd. 1 —5, Berl. 1866 —70), darin von ihm bearbeitet der auch besonders abgedruckte 4Laurino (Berl. 1874). Außerdem sind zu nennen: die Abhandlungen über die Geten (in Ersch und Grubers KAllgemeiner Encyklopädien, Sekt. 1, Bd. 64, Lpz. 1857) u. s. w. Von seinem Hauptwerk, der Deutschen Altertumskundes, ist nur Bd. 1 (Berl. 1870) und Bd. 5, Abteil. 1 (Berl. 1883) erschienen.