FeedMoritz (Karl Philipp)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Moritz (Karl Philipp), deutscher Schriftsteller, geb. 15. Sept. 1757 zu Hameln, brachte es nach mancherlei Schicksalen dahin, sich in Wittenberg zwei Jahre den Studien zu widmen. Dann folgte er einem Rufe Basedows nach Dessau, erhielt bald darauf eine Lehrerstelle an dem Grauen Kloster zu Berlin, unternahm 1782 eine Reise nach England und wurde 1784 Professor am berliner Köllnischen Gymnasium. Kurze Zeit führte er die Redaction der „Vossischen Zeitungo. Im J. 1786 trat er eine Reise nach Ftalien an und verweilte zwei Jahre in Rom, wo er mit Goethe bekannt wurde. Nach seiner Rückkehr erhielt er die Professur der Altertumskunde bei der Akademie der bildenden Künste in Berlin. Er starb 26. Juni 1793. Von seinen zahlreichen Schriften mythologischen, archäologischen,‚ psychologischen und grammatischen Inhalts hatten der „Versuch einer Prosodier (Berl. 1786; neue Aufl. 1815), «über die bildende Nachahmung des Schöneno (auf Goethe; Braunschw. 1788) und seine „Götterlehrer (Berl. 1791; 6. Aufl. 1825) den meisten Einfluß. Auch gab er das Magazin zur Erfahrungsseelenlehrer (10 Bde., Berl. 1783-95) heraus. In den Romanen «Anton Reisere (4 Bde., Berl. 1785—90; Bd. 5 von Klischnig, 1794) und (Andreas Hartknopf' (Berl. 1786) schilderte er mit großer psychol. Wahrheit sein eigenes Leben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 873Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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