FeedMotenebbi
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Motenebbi (richtiger Mutanabbi, d. h. der sich selbst für einen Propheten Haltende), arab. Dichter, welchen die Araber selbst für ihren größten Dichter halten, wurde in Kufa im J. 303 der Hedschra (915/916 n. Chr.) geboren und daselbst erzogen. Als Jüngling suchte er das Volk zu bewegen, ihn als Propheten anzuerkennen, wurde deshalb eine Zeit lang gefangen gesetzt, und zog dann als fahrender Sänger umher, bis es ihm endlich (etwa 940) glückte, in dem Hamdänidenfürsten Saif-al-daula einen Gönner zu sinden. Nach neun Jahren wendete er sich nach Agypten, um 961 nach Bagdad, dann nach Schiräs, in dessen Nähe er durch die Hand arab. Räuber im J. 965 siel. Die Gedichte des M. zeichnen sich, wenn man von den niedrigen Schmeicheleien auf die Großen absieht, durch Schönheit der Sprache, Feinheit der Gedanken, Lebendigkeit und Frische aus. Die Sammlung («Diväne) seiner vielfach kommentierten Gedichte ward herausgegeben (mit dem arab. Kommentar des Vähidi) von F. Dieterici (Berl. 1861) und von Hammer-Purgstall übersetzt (Wien 1823). Vgl. über ihn von Bohlen, Commentatio de Motenabbio (Bonn 1824); Dieterici, «Mutanabbi und Seifuddaulas (Opz. 1847).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 894Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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