FeedMotoren
TechnikBrockhaus 1882

Motoren (frz. moteurs, engl. motors) nennt man ebensowohl die Naturkräfte, welche Arbeit produzieren, als auch diejenigen Maschinen (Kraftmaschinem), welche dazu dienen, direkt oder mit Hilfe von Zwischenmaschinen (Transmissionen) an andere Maschinen UArbeits-oder Werkzeugmaschinen) Kraft abzugeben. (Vgl. Maschinen und Maschinenwesen.) Ein M. der erstern Art ist z. B. die Muskelkraft des Menschen, welcher durch die Umdrehung einer Kurbel eine Drehbank oder einen andern Mechanismus in Bewegung setzt. Der bekannteste M. der zweiten Art ist die Dampfmaschine (sowie Lokomobilen und Lokomotiven); ferner gehören hierher die Wasserräder und Turbinen ([. Wassermotorem), die Windräder (s. Windmotoren), die Heißluftmotoren (s. Calorische Maschinen) und die Gasmotoren (s. Gaskraftmaschinen). Die Petroleummotoren (s. d.) haben ihrer hohen Betriebskosten wegen bis jetzt keine weite Verbreitung finden können. Federmotoren, aus einer aufziehbaren Spiralfeder und Räderwerk bestehend, sind zuweilen für den Betrieb von Nähmaschinen u. s. w. konstruiert worden, doch leiden dieselben an dem lübelstand, daß infolge der beschränkten Arbeitsaufnahme der Stahlfeder und der überdies stattfindenden großen Arbeitsverluste das Gewicht derartiger M. ein beträchtliches sein muß. Große Bedeutung haben dagegen in neuerer Zeit die Elektromotoren (s. Elektrische Maschinen) erlangt. Bei den Wasser⸗, Dampf⸗, Gasmotoren wird Wasser, Dampf, Gas als die motorische Substanz bezeichnet. Fälschlicherweise werden auch oft die Göpel den M. zugezählt, obwohl sie nur zu den Zwischenmaschinen gehören, welche die von Menschen oder Tieren gelieferte motorische Kraft auf Arbeitsmaschinen übertragen. In der neuesten Zeit sind durch das Bestreben, für die Zwecke des Kleingewerbes einen passenden M. zu schaffen, viele neue Konstruktionen, sog. Kleinmotoren, entstanden. Die Dampfmaschine, sonst der beste und, abgesehen von den Wind⸗ und Wasserkraftmaschinen, billigste Motor, eignet sich aus manchen Gründen weniger für diese Zwecke, zum mindesten nicht in der gewöhnlichen Form. Erst in der allerneuesten Zeit hat man es verstanden, Kraftmaschinen mit Dampfbetrieb zu konstruieren, welche für kleine Betriebe bestimmt sind und deren Aufstellung keiner behördlichen Konzession unterliegt. (S. Lokomobilen.) Der am meisten verbreitete Kleinmotor ist die Gaskraftmaschine; weniger gebräuchlich ist die Heißluftmaschine, während Petroleum⸗ und Federmotoren nur vereinzelt Anwendung gefunden haben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 895Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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