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ErdkundeBrockhaus 1882

Mücheln, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, Kreis Querfurt, an der Geisel, ist Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1880) 1450 C. und hat Braunkohlengruben und eine Zuckerfabrik. ucianus (Publius Licinius Crassus und C. cier (Sens Mucia) ist der Name eines röm. zuerst im Besit höherer Staatsämter auftritt. Seinen Ursprung leitete es ab von Gajus Mueius Scävola, welcher zur Zeit der Einführung der Republik gelebt haben soll. Als 507 v. Chr. der Etrusker Porsenna Rom belagerte, ging dieser Mucius der Sage nach ins feindliche Lager, um en König Porsenna umzubringen, erstach aber aus Irrtum den königl. Schreiber. Vor Porsenna geführt und von diesem durch Androhungen zu Geständnissen gedrängt, erklärte Mucius, daß er nichts verraten werde, und ließ zum Zeichen seiner Unerschrockenheit freiwillig seine rechte Hand auf einem glühenden Kohlenbecken verbrennen. Porsenna wurde von diesem Heldenmut so bewegt, daß er den M. freigab und die Rückkehr gestattete. Nun aber eröffnete Mucius dem König, daß sich 300 röm. Jünglinge verschworen hätten, ihn zu töten. Vorsenna, hierüber erschreckt, soll nun plötzlich zum Frieden geneigt gewesen und von Rom abgezogen sein. Mucius erhielt von den dankbaren Römern ein Stück Land über der Tiber (Mucia prata) und den Beinamen Scävola, d. i. Linkhand. Unter den spätern M. zeichneten sich besonders aus Publius Mucius Scävola. Derselbe wurde 133 v. Chr. Konsul, unterstützte mit seinem Bruder Publius Licinius Crassus Mucianus und andern edeln Männern die Pläne des Tiberius Sempronius Gracchus und weigerte sich, als Konsul gegen diesen einzuschreiten. Auch eröffnet er die Reihe der berühmten Juristen seines Hauses. Des vorigen Vetter, AQuintus Mucius Scävola, der Augur, war 117 Konsul und widersetzte sich der Achtung des Marius durch Sulla. Er war Ciceros Lehrer in der Rechtswissenschaft. Quintus Mucius Scävola, der Pontifer Maximus, der Sohn des Publius, von den asiat. Griechen wegen der Gerechtigkeit, mit der er als Prätor Asien um 98 verwaltete, gefeiert, von den Rittern gehaßt, war 95 mit Lucius Licinius Konsul. Er setzte mit diesem ein Gesetz durch, das den Bundesgenossen, welche ihre Civität nicht beweisen konnten, die Ausübung des Bürgerrechts entzog und so zum Ausbruch des Bundesgenossenkriegs beitrug. Bei der Bestattung des ältern Marius (86) entging er einem Mordversuch des Flavius Fimbria; 83 ließ ihn der jüngere Marius durch den Prätor Damasippus töten. Seine 18 Bücher über das Jus civile galten als ein Hauptwerk. Auch als Redner war er ausgezeichnet; bei Cicero wird er als der beredteste der Rechtsgelehrten und der rechtskundigste der Redner bezeichnet. Durch Adoption war in das Licinische Geschlecht aus dem der M. übergegangen der obenerwähnte Publius Licinius Crassus Mucianus. Derselbe war 131 Konsul und wurde im Kriege mit Aristonicus, der das von Attalus III. den Römern hinterlassene Pergamenische Reich zu erobern suchte, besiegt, gefangen und getötet. In der Kaiserzeit war Gajus Licinius Crassus Mucianus unter Nero Konsul, befand sich als Statthalter von Syrien mit Vespasian, dem Statthalter von Judäa, im Streite, vereinigte sich dann aber nach dem Tode des Otho mit diesem und munterte ihn auf, sich des Throns zu bemächtigen; auch zog er ihm voran gegen Rom. Unter Vespasian verwaltete er das Konsulat im J. 70 und 72; er ist auch als Schriftsteller bekannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 904Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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