Mühlberg, Stadt im Kreise Liebenwerda des preuß. Regierungsbezirks Merseburg, früher zum Kurkreise des Königreichs Sachsen gehörig, rechts an der Elbe, Sitz eines Amtsgerichts, mit (1880) 3461 E., drei Kirchen, von denen besonders die 1228 erbaute Kirche des ehemaligen Klosters Güldenstern sehenswert ist, und einem Schlosse, ist denkwürdig durch die Schlacht vom 24. April 1547 zwischen dem Kurfürsten Johann 3. D0 I. (s. d.) von Sachsen und dem Kaiser Karl V. Durch einen unzeitig von dem Kurfürsten Johann Friedrich mit dem ihm feindlichen Herzog Moritz (s. d.) abgeschlossenen Waffenstillstand hatte der Kaiser Zeit gewonnen, mit seinen Streitkräften herbeizukommen. überrascht von dem kaiserl. Heere, blieb dem Kurfürsten nichts anderes übrig, als die Gegend von Mügeln und Meißen, wo er mit 10000 Mann stand, zu verlassen, über die Elbe zu gehen und sich nach Wittenberg zu wenden; doch blieb er bei M. stehen und sandte nur sein schweres Geschütz zurück. Er hatte die Brücke bei Meißen abbrennen lassen; auch sollte die Schiffbrücke bei M. verbrannt werden, was aber nur unvollkommen geschah. Der Kaiser ließ dieselbe wiederherstellen und verfolgte das kurfürstliche Heer. Der Kampf war kurz; des Kurfürsten Heer floh; er selbst wurde in Lochau (Annaburg) gefangen. Vgl. Bertram, «Chronik der Stadt und des Klosters M.v (Torg. 1865); Panse, «Beiträge zur Geschichte der Schlacht bei M.»(Mühlb. 1875) Lenz, «Die Schlacht bei M.y (Gotha 1879).