Müller (Ludw.), preuß. Ingenieuroffizier, geb. 1734 in der Priegnitz, wurde kurz vor dem Siebenjährigen Kriege bei dem Ingenieurkorps angestellt, 1760 Lieutenant, 1786 Kapitän und Lehrer der Mathematik und des Planzeichnens bei der Ingenieurakademie in Potsdam, 1796 Major, starb 12. Juni 1804. Er befand sich vielfach im Stabe Friedrichs d. Gr. und erwarb sich Verdienste um die Entwickelung der Feldbefestigung, des Planzeichnens und der Terrainlehre. Unter seinen Schriften sind zu erwähnen: «Über die Verschanzungskunst auf Winterpostierungeny (Potsd. 1781) und die «Beschreibung der drei Schlesischen Krieger (Potsd. 1789), die ihm einen Verweis des Königs zuzog. Seine besten Arbeiten, die Terrainlehre und die Lagerkunst, erschienen als Rachgelassene militärische Schriften» (5 Bde., Berl. w1807). M. entwickelte eine Art der Terraindarstellung, bei welcher die steilen, geböschten Abhänge durch dunklere Frbung unter Anwendung von Schwungstrichen wiedergegeben wurden. Hieraus entstand späterhin die Terraindarstellung mittels Bergstrichen, deren Begründer der kursächs. Major Lehmann (s. d.) ist.