Mundt (Theod.), Schriftsteller des (Jungen Deutschland v, geb. 19. Sept. 1808 zu Potsdam, studierte in Berlin Philologie und Philosophie, lebte dann seit 1832 eine Zeit lang in Leipzig und hatte unter den Maßregeln zu leiden, die gegen ihn und mehrere andere, mit dem Namen des Jungen Deutschland bezeichnete Schriftsteller von den deutschen Regierungen ergriffen wurden. Erst 1842 gestattete man ihm als Privatdocent an der Universität Berlin Vorlesungen zu halten. Im J. 1848 als Professor der allgemeinen Litteratur und Geschichte nach Breslau wersetzt, wurde er 1850 als Professor und Universitätsbibliothekar nach Berlin zurückgerufen, wo er 30. Mai 1861 starb. Seine litterarische Laufbahn begann M. 1832 mit kritischen und mit novellistischen Arbeiten, wie Madelon » (Lpz. 1832), Das Duetto (Berl. 1832), „Der Basilisko (Lpz. 1833) etc. In die spätere Zeit gehören die Romane: Thomas Münzery (3. Aufl., 3 Bde., Altona 1860), «Carmola, oder die Wiedertaufe »(Hannov. 1844), «Mendoza oder der Vater der Schelme »(2 Bde., Berl. 1847) und „Die Matadorev (2 Bde., Lpz. 1850) u. a. Bedeutenderes hat M. als Kritiker geleistet durch die Kunst der deutschen Prosa v (Berl. 1837; 2. Aufl. 1843) und die „Geschichte der Litteratur der. Gegenwarte (Berl. 1842; 2. Aufl. 1852). In den Pariser Kaiserskizzens (2 Bde., Berl. 1856) und «Paris und Louis Napoleono (2 Bde., Berl. 1858) entwarf er scharfgezeichnete Bilder zur Charakteristik des neuen Kaiserreichs. Ebenso suchte er in seinen „Ital. Skizzeno (4 Bde., Berl. 1859—60) zum ersten mal Italien nach seiner polit. Physiognomie darzustellen.