Rust (Joh. Nepomuk), ausgezeichneter Arzt, geb. 5. April 1775 zu Jauernik in Osterreichisch-Schlesien, studierte in Wien, lebte dann in Prag, war hierauf Lehrer am Lyceum zu Olmütz und wurde 1803 als Professor der Chirurgie nach Krakau berufen. Als Osterreich 1809 Krakau verlor, begab er sich nach Wien, wo er das Amt eines Primärwundarztes am allgemeinen Krankenhause erhielt. Im J. 1815 folgte er dem Rufe als Generaldivisionschirurgus nach Preußen. Nach dem Feldzuge von 1815, dem er im 4. Armeekorps beiwohnte, wurde er dem Generalkommando des 3. Armeekorps in Berlin zugeteilt und zugleich als außerord. Professor der Chirurgie und Augenheilkunde an der mediz.⸗chirurgischen Militärakademie und als erster Wundarzt und klinischer Lehrer an der Charité angestellt, sodann 1818 außerord. Professor an der Universität, 1819 Geh. Obermedizinalrat. Mitglied der Medizinalabteilung im Ministerium, 1822 Generalstabsarzt der Armee, 1824 ord. Professor, 1829, mit Beibehaltung aller Amter, Präsident des Kuratoriums für die Krankenhausangelegenheiten und 1837 Wirkl. Geh. Obermedizinalrat. Er starb 9. Okt. 1840 auf seinem Gute Kleutsch in Schlesien, wohin er sich 1838 zurückgezogen hatte. Von R.s Schriften sind zu erwähnen: «Helkologie, oder über die Natur, Erkenntnis und Heilung der Geschwürey (2 Bde., Wien 1811; neu bearbeitet, Berl. 1837—42), «Arthrokakologie, oder über die Verrenkungen durch innere Bedingungen u. s. (Wien 1817), „Die ägypt. Augenentzündung (Berl. 1820), Die Medizinalverfassung Preußens⸗ (Berl. 1838), «Aufsätze und Abhandlungeno (3 Bde., Berl. 1834—40). Auch gab er das Magazin für die gesamte Heilkundey (seit 1816) und das Theoretisch-praktische Handbuch der Chirurgie in alphabetischer Ordnungy (18 Bde., Berl. 1830—36) heraus.