FeedRuta L. (Raute)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Ruta L. (Raute), Pflanzengattung aus der Familie der Rutaceen. Man kennt gegen 40 Arten, die besonders in den Mittelmeerländern weite Verbreitung besitzen. Es sind perennierende Kräuter oder Halbsträucher mit meist dreizähligen oder gefiederten Blättern, die durchscheinend punktiert sind. Die Blüten bestehen aus einem kurzen, vier⸗ bis fünfteiligen Kelch, vier bis fünf genagelten konkaven, am Rande meist gefransten Blumenblättern, acht bis zehn freien Staubgefäßen und einem vier-bis fünflappigen, am Grunde mit acht bis zehn Honiggruben versehenen Fruchtknoten, aus welchem eine fünfknopfige, vielsamige Kapsel entsteht. Die an sonnigen, steinigen Plätzen im ganzen südlichern Europa wachsende gemeine Raute oder Garten⸗ oder Weinraute (R. graveolens L.), welche grünlich-Herbn Blüten, stumpfe Lappen der Kapsel und ovalängliche Blättchen besitzt, von denen die endständigen verkehrt-eirund sind, wird häufig in Gärten gezogen. Sie war schon bei den Alten berühmt, riecht frisch äußerst stark, fast widrig aromatisch, schmeckt unangenehm bitterlich-scharf und enthält ein scharfes ätherisches Ol. Hier und da dient sie, wie schon bei den Römern, als Gewürz an Speisen, und gilt als magenstärkendes Mittel. Getrocknet ist die Pflanze fast ganz geruch⸗ und geschmacklos. Die am Mittelmeere heimische Bergraute (R. montana Clar.) ist noch weit schärfer und kann äußerlich Entzündungen erregen. Der aromatische Geruch und Geschmack aller Rautenarten rührt von dem Rautenöl (Oleum Rutae) her, welches in den als durchsichtige Punkte erscheinenden Drüsen der Blätter und andern Pflanzenteilen enthalten ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 36Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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