Saarlonis, Festung und Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Trier, liegt in einer elliptischen, von der schiffbaren Saar durchschnittenen fruchtbaren Ebene, ist Station der Linie Saarbrücken-Trier der Preußischen Stagtsbahnen, ist Sitz eines Landratsamts und eines Amtsgerichts und zählt (1885), einschließlich der etwa 2000 Mann starken Garnison, 6787 E. Die Stadt ist regelmäßig angelegt, hat einen schönen Marktplatz, breite und gerade Straßen, hübsche Häuser, neue bombenfeste Kasernen und besitzt eine schöne kath. Kirche (im got. Stil), eine evang. Kirche und eine Synagoge. Von Unterrichtsanstalten bestehen daselbst ein vollberechtigtes Realprogymnasium, eine höhere Töchterschule, fünf Knaben- und ebenso viel Mädchen—⸗ schulen. Industrie und Handel sind bedeutend, da der Platz den Centralverkehrspunkt für eine weite, stark bevölkerte und sehr gewerbthätige Umgegend bildet. In der Nähe sind Steinkohlengruben. Bedeutende Fabriken in der Umgegend sind das großartige mit Panzerplattenfabrikation verbundene Eisenblechwalzwerk zu Dillingen, die Glas⸗ und Krystallfabrik zu Wadgassen, die sehr bedeutende Fayence-, Steingut- und Porzellanfabrik zu Wallerfangen und die Blechwarenfabrik zu Fraulautern. S. ist die äußerste Grenzfestung Preußens nach Westen. Die eigentliche Festung liegt auf dem linken Ufer der Saar und ist mit dem rechten, durch ein Hornwerk gedeckten Ufer durch eine schöne Brücke verbunden. Die Saar kann mittels Schleusen bis zu 6müber den gewöhnlichen Wasserstand gestaut und auf diese Weise die ganze Umgegend unter Wasser gesetzt werden. Die Festung, die Preußen seit 1815 bedeutend verstärkt hat, wurde unter Ludwig XIV. 1681 durch Vauban zur Deckung Lothringens angelegt, verblieb im Ryswijker Frieden 1697 bei Frankreich und wurde im Spanischen Erbfolgekriege 1705 vergebens belagert. Während der Französischen Revolution ward die Stadt Sarrelibre genannt. Im Pariser Vertrage vom 20.Nov. 1815 mußte Frankreich S. nebst drei andern Festungen an die verbündeten Mächte abtreten, die bereits unterm 3. Nov. diesen Platz nebst den beiden Ufern der Saar bis oberhalb der Stadt Saarbrücken Preußen zugeteilt hatten. S. ist der Geburtsort des Marschalls Ney. — Der Kreis Saarlouis hat ein Areal von 444 qkm und (1885) 68 126 E. Vgl. Schmitt, «Der Kreis S. und seine nächste Umgebung unter den Römern und Kelten» (Trier 1850).