Sacken (Fabian Wach, Fürst von der Osten⸗), russ. Feldmarschall, geb. 1752 auf dem Edelsitze Rothof in Kurland, focht in den türk. und poln. Kriegen, ward 1797 Generalmajor, 1799 Generallieutenant, führte eine Division im Korsakowschen Korps und geriet bei Zürich schwer verwundet in franz. Gefangenschaft. Von Bonaparte in Freiheit gesetzt, kehrte er 1800 nach Rußland zurück, mußte aber bald darauf wegen eines Streites mit dem Fürsten Galizyn den Abschied nehmen. Im J. 1806 erschien er jedoch wieder auf dem Kampfplatze und zeichnete sich bei Pultusk und 1807 bei Preußisch-Eylau aus. Im Feldzuge von 1812 befehligte er ein Korps in Volhynien, wurde aber nach dem Abmarsche Tschitschakows an die Beresina von Schwarzenberg und Reynier bei Wolkowysk geschlagen. Im Jan. 1813 rückte er in Polen ein, bekam die Festung Alt-Czenstochau in seine Gewalt und führte in der Schlacht an der Katzbach mit glänzendem Erfolge den rechten Flügel des Blücherschen Heers. Auf dem Schlachtfelde von Leipzig ernannte ihn Kaiser Alexander zum General der Infanterie. Nach dem Übergange über den Rhein rückte er 14. Jan. 1814 in Nancy ein, trug zur Niederlage Napoleons bei Brienne bei, wurde aber 11. Febr. bei Montmirail geschlagen. Hierauf kämpfte er noch bei Craonne und Laon und wurde nach der Einnahme von Paris zum Generalgouverneur dieser Stadt ernannt. Im J. 1815 führte er das 5. Armeekorps unter Barclay de Tolly, kam indes nicht ins Gefecht. Im J. 1818 wurde S. zum Oberbefehlshaber der ersten Armee ernannt (Hauptquartier zu Kiew) und 1821 in den russ. Grafenstand erhoben. Bei der Krönung des Kaisers Nikolaus im Sept. 1826 erhielt er den Feldmarschallstab, leitete 1831 die Operationen zur Unterdrückung des poln. Aufstandes in Volhynien und Podolien, wurde dafür 1832 zur Fürstenwürde erhoben, zog sich 1834 in den Ruhestand zurück und starb zu Kiew 19. April 1837.