FeedSafran (Crocus)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Safran (Crocus), Drogue, besteht aus den getrockneten, braunroten Narben von Crocus sativus (s. Crocus). Diese riechen eigentümlich stark gewürzhaft und etwas betäubend, schmecken balfamisch-bitterlich und etwas 1.7 und färben beim Kauen den Speichel dunkelgelb; sie enthalten ein ätherisches, nicht sehr flüchtiges, brennend scharf und bitter schmeckendes Ol von goldgelber Farbe (S 050, deh und einen gelben arbstoff (Polychroit), dessen Auflösungen aber schon vom Sonnenlichte gebleicht werden. Dieser zersetzt sich leicht und bildet dabei neben andern Stoffen einen gelben Farbstoff, das Crocin. Der S. dient zum Färben und bei vielen Völkern, namentlich denen des Orients, als Gewürz an Speisen; besonders wird er von den Orientalen mehrern berauschenden Getränken zugesetzt. Auch in der Heilkunde ist er gebräuchlich; er wirkt stark erregend, nervenbelebend, unde Nonge und erregt in größern Gaben bedeutende Kongestionen. Da eine große Menge von Blüten nötig ist, um ein Pfund S. zu erhalten, indem allein die fadenförmigen Narben gebraucht werden können (nach Marquarts Berechnung sind 60000 Narben zu einem Pfunde erforderlich), so steht der S. hoch im Preise und wird deshalb häufig verfälscht. Als die beste Sorte des S. wird der orientalische geschätzt, ihm zunächst kommt der österreichische und französische; schlechter ist der englische und italienische wie auch der spanische. Der Gebrauch und die Kultur des S. waren schon im Altertum bekannt. Nach dem westl. Europa wurde er zuerst durch die Kreuzfahrer gebracht, nach Osterreich 1198 durch einen Ritter von Rauhenast. Dort wird er jetzt namentlich um Krems und Mölk gebaut, während ihn früher vorzüglich die wiener Bürger anbauten. Die Vorstadt St. Ulrich zu Wien steht 1b pieno Safrangärten. Der Safranbau verlangt viel Sorgfalt und bietet einen sehr unsichern Gewinn, da Regen zur Blütezeit die Ernte vernichtet oder wenigsteus sehr beeinträchtigt. Die Wichtigkeit des S. als gelbes Färbemittel hat seit Einführung der gelben Teerfarben (Martiuselb, Victoriaorange, Pikrinsäure, Chrysoidin und ropäolin) abgenommen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 100Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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