FeedSaftfarben
NaturlehreBrockhaus 1882

Saftfarben heißen die sog. lasierenden Farben oder Lasurfarben, deren man sich zum Kolorieren von Kupferstichen, Karten, Lithographien u. s. w. bedient. Unter lasierenden Farben versteht man solche, welche die Striche der Zeichnung durchschimmern lassen, im Gegensatz zu den Deckfarben, deren Lösung oder Suspension undurchsichtig ist. Die ältern S. sind meist vegetabilischen Ursprungs, die am häufigsten angewendeten das aus den unreifen Beeren des Kreuzdorns (namentlich im südl. Frankreich) bereitete Saftgrün oder Beerengrün (s. d.), der Indigkarmin (blaue Saftfarbe) und das Gummigutt (gelbe Saftfarbe). Die beste rote Saftfarbe liefer eine Lösung von Karmin in Ammoniakflüssigkeit oder eine mit Gummi versetzte ammoniakalische Lösung des Krapprot. Eine violette Saftfarbe wird aus dem Dekokt des Blauholzes durch Zusatz von Ammoniak gewonnen. Ferner dienen der braune Farbstoff der gebrannten Kaffeebohnen und der Lakritzensaft als S. Manche S. stammen auch aus dem Mineral⸗-aund Tierreich. 2f gehören die mit Gummi versetzte blaugrüne Lösung von krystallisiertem Grünspan, das grüne schwefelsaure Chromoxyd u. a. Eine natürliche tierische Saftfarbe ist die Sepia (s. d.). Jetzt wendet man als S. lösliches Berlinerblau und viele Teerfarben in, Safranin, lösliches Anilinblau u. s. w.) an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 100Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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