Said („das Aufsteigendev), der arab. Name für Oberägypten, welches einige Meilen oberhalb Kairos beginnt und sich bis zu den ersten Nilkatarakten bei Syene erstreckt. (S. Agypten.) 2 Sald Pascha, Vizekönig von Agypten, vierter Sohn Mehemed-Alis, geb. 1822, erhielt durch Franzosen eine europ. Bildung. Sein Vater bestimmte ihn für die Marine und ernannte ihn später zum Großadmiral der ägypt. Flotte, in welcher Eigenschaft er den Palast Gabbari bei Alexandria bewohnte. Als 13. Juli 1854 Abbas Pascha, sein Neffe, gestorben, fiel ihm nach dem für die Erbfolge in seinem Hause bestehenden Senioratsrecht die Regierung des Landes zu, die er auch drei Tage später zu Kairo antrat. Hierauf ging er nach Konstantinopel, wo er die Investitur erhielt. Nach seiner Rückkehr rüstete er für den Sultan ein Hülfskorps von 10000 Mann, das unter dem Befehle Menikli Paschas am Orientkriege teilnahm. Europäisch gebildet und wohlwollenden Charakters, suchte S. im Innern die unter seinem Vorgänger eingeschlichenen übelstände zu beseitigen. Namentlich beschränkte er die Gewalt der Provinzial⸗ und Gemeindebehörden, führte eine regelmäßige Rekrutierung ein, schaffte die Fronen ab, ordnete das Steuerwesen, gab die Bodenkultur frei und verwandelte die Naturalleistungen in eine Geldsteuer. Im März 1857 ging er mit einem Korps von 5000 Mann in den Sudan, wo er ebenfalls auf persönliche Freiheit gegründete Zustände anzubahnen suchte. Die Sklaverei und der Sklavenhandel wurden abgeschafft. Im Finanzwesen des Landes trennte er die Staatsbedürfnisse von seinen persönlichen Ausgaben und führte eine Kontrolle ein. Im J. 1860 schaffte er den aus den Würdenträgern und Mitgliedern seiner Familie zusammengesetzten Rat ab, der zugleich als Staatsrat und Cassationshof gegolten hatte, und führte einen Geheimen Rat von sieben Mitgliedern ein, die ihm überallhin folgten. überhaupt war er bemüht, die Landesverwaltung nach dem Vorbilde seines Vaters zu konzentrieren. Unter dem Einflusse des Daker ge-Lesseps nahm er das schon von seinem Vater gehegte Projekt des Suezkanals auf, dessen Ausführung er eifrig betrieb. S. starb 18. Jan. 1863. Er hinterließ einen zehnjährigen Sohn Tußun. In der Regierungfolgte ihm sein Neffe Ismail Paschals. d.).