Saint-Simono wurden die Vorlesungen als das System der Schule unentgeltlich ausgegeben. Zur Besserung der gesellschaftlichen Zustände muß hiernach der rein individuelle Besitz eingeführt, das Erbrecht der Familie aufgehoben und das hinterlassene Vermögen in die Hand des Staats gelegt werden, der es nach dem Grundsatze verteilt: Jedem nach seiner Fähigkeit, jeder Fähigkeit nach ihrer Arbeit.v Das Mittel zur Ausführung der das Taud verteilung durch den Staat soll ein über das Land verzweigtes Banksystem sein. Indessen war auch eine neue Religion versprochen, und Enfantin (s. d.), unternahm es, eine neue Weltanschauung zu improvisieren und auf deren Grund die neue Lebensordnung einzurichten. Man veröffentlichte demnach einen zweiten Teil der Exposition de la doctriney, der die Saint-Simonistische Religion und Theokratie darstellte. Alles, lehrt Enfantin, ist in und durch Gott; folglich ist auch der sich in jeder That des Menschen manifestierende Trieb des Genusses, des Fleisches, wie die Theologen sagen, göttlich. Die „Harmonier beider Gegensätze ist jedoch Neisc des Daseins. Weil das Christentum das leisch durch den Geist zu besiegen gebietet, kann es die Menschheit nicht zur Vollendung führen. Enfantin pries Saint-Simon als den Verkündiger der Emancipation des Fleisches, der jedoch ebenso wenig als Bazard daran gedacht hatte. Noch 1829 wurde eine Zeitschrift, der Organisateury und zu Paris ein Kollegium gegründet, das den Vereinigungspunkt der Eingeweihten abgab. Einen noch größern Aufschwung nahm die Schule nach der Revolution von 1830. Unter den vielen Schriften, welche die Lehre verbreiteten, machte eine Economie politiquev Enfantins unter der Industriebevölkerung großes Aufsehen. Durch Pierre Leroux wurde ein namhaftes Blatt, der (Globev, für die neue Lehre gewonnen, der 19. Jan. 1831 Zan ersten mal als Journal de la doctrine de aint-Simon erschien. Die Schule, die bereits besad, nahm in zahlreichen Provinzialstädten besaß, nahm nun auch eine gesellschaftliche Organisation an, und Enfantin trat als Perep als geistliches Oberhaupt und Papst der Saint-Simonistischen Weiderremeini an ihre Spitze. Seine Lehre von der Weibergemeinschaft führte zunächst zu dem Austritt Bazards und dann im Nov. 1831 zu einer allgemeinen mnd das Alle ernsten Männer zogen sich zurück, und das Vertrauen des Publikums erlosch schneller, als es war gewonnen worden. Die Abnahme der freiwilligen Beiträge, die Kosten, welche die Herausgabe des 4Globey verursachte, zogen Ende 1831 ein ziemliches Defizit in der Kasse —— sich. Rodrigues mußte dem Schatze durch eine Anleihe auf Aktien aufzuhelfen suchen. Ein harter Schlag traf die Schule im Febr. 1832, als sich zum ersten mal die Polizei in das Treiben mischte. Endlich verließ auch Rodrigues die Familier und legte Beschlag auf das Vermögen derselben, um die kontrahierte Anleihe zu decken. Enfantin indessen machte im Sommer 1832 einen letzten Versuch. Er 3⁰ sich mit 42 Getreuen auf sein Landgut in der orstadt Menilmontant zurück, um in klösterlicher Einsamkeit die Zukunft zu erwarten. Man verteilte sich zur Arbeit in Gruppen, bebaute das Gut, erfand eine sonderbare Kleidung und hielt öffentliche Mahlzeiten. Die Regierung schritt endlich fantt die Gesellschaft ein und ließ die Häupter Enantin, Chevalier, Duveyrier, Barrault vor die Assisen fordern. Sämtliche Mitglieder, 38 an der ahl, erschienen in Prozession im Justizpalast. rotz einer langen Verteidigung wurden die Angeklagten 27. Aug. 1832 verurteilt. Die Familie zerstreute sich nun vollends, und auch die Schulen in den Provinzen lösten sich auf. (S. Sozialis mus.) Der Titel des Hauptwerks der Schule ist Doctrine de Saint-Simon. Exposition (Bd. 1, 1828—29; Bd. 2, 1830). Auch haben Reybaud, Etudes sur les réformateurso (2 Bde., Par. 1841), Stein (s. d.) und Villenave, «Histoire du Saint-Simonisme (Par. 1847), die Lehre dargestellt.