Saintonge, eine frühere Provinz im westl. Frankreich, bildet mit Aunis den größten Teil des Depart. Niedercharente. Das Land ist ergiebig an Getreide, Wein, Obst, hat gute Weiden und liefert treffliches Seesalz. Im Altertum von den kelt. Santones bewohnt, unter den Römern zum zweiten Aquitanien gerechnet, kam es um 415 an die Westgoten, 507 durch Chlodwig an die Franken, wurde dann als Pagus Santonicus mit dem Herzogtum Aquitanien (Guyenne) vereinigt, fiel mit letzterm durch Eleonore 1152 an England und wurde diesem erst von Karl V. entrissen. Die ehemalige Hauptstadt dieser Provinz ist Saintes (s. d.). Vgl. „Archives historiques de la S. et de I'Auniso (Sd. 1—2, Saintes 1875—76).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 130Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei