Salman und Morolt, deutsches Gedicht des 12. Jahrh., welches ein Spielmann, der sich dabei auf ein älteres Gedicht beruft, in einer fünfzeiligen Strophe abfaßte. Es behandelt die mehrmalige Entführung von Salomos Gattin Salome, die durch die List seines Bruders Morolt wieder gewonnen wird. Zu Grunde liegen Talmudische Überlieferungen von Salomo und dem Dämon Aschmedai; durch Vermittelung von griech., lat. und slaw. Versionen gelangten sie nach Deutschland. Jünger ist ein Spruchgedicht des 14. Jahrh., welches die erhabene Weisheit Salomos der rohen, aber schlagfertigen Klugheit Markolfs in kurzen Sprüchen gegenüberstellt, die aber schon um 1200 deutsch existiert haben müssen. Noch später (um 1450) hat Gregor Hayden den Stoff bearbeitet. Das Spielmannsgedicht und das Spruchgedicht gab von der Hagen in seinen Deutschen Gedichten des Mittelalterso (Bd. 1, Berl. 1804), das Spielmannsgedicht allein F. Vogt (Halle 1880) heraus. Über G. Haydens Bearbeitung vgl. Schaubachs Dissertation (Lpz. 1881), über das Spruchgedicht Schaumburg in den Beiträgeno von Paul und Braune (Bd. 2).