Salomoninseln (engl. Solomon-Islands), früher auch Arsaciden (von Surville) oder Archipel von Neugeorgia (von Shortland) genannt, zu Melanesien gehörige Inselgruppe östlich vom Südende Neuguineas, zwischen 5 und 11 südl. Br., 154 40 und 162˙ 30 östl. L. (von Greenwich), schon 1567 vom Spanier Alvarez de Mendaña entdeckt und mit dem erstern Namen belegt. weil er hier das alte Ophir wiedergefunden zu haben glaubte, woher König Salomo Gold holen ließ. Leider konnte er 1595 die Gruppe nicht wieder ausfindig machen; erst nach zwei Jahrhunderten gelang es dem Franzosen Surville 1769, die östliche, 1768 Bougainville und 1788 dem Engländer Shortland, die westl. Seite dieser Inseln wieder aufzufinden und zu erforschen. Erst D'Urvilles Aufnahmen von 1838 vermittelten jedoch eine genauere Kenntnis wenigstens der südl. Inseln. Die Gruppe besteht aus sieben großen und einer Menge kleiner Inseln, die sich in Südostrichtung in zwei Reihen ausdehnen. Man hat das Areal des Archipels auf 43 900 akm geschätzt. In der östl. Reihe liegen die Inseln Bougainville mit Buka oder Winchelsea, Choiseul, Mabel und jenseit der Straße Indispensable, der einzigen sichern und gut fahrbaren im gangen Archipel, Carteret und Malaita oder die Arsacideninsel; in der westl. Reihe Neugeorgia oder Rubiana in der Hammondgruppe, Guadalcanar oder Gera (Gela) und Bauro (Arossi) oder San-Christoval. Außerdem liegt noch eine Reihe flacher Lagunengruppen an der Ostseite des Archipels, die, wie diese ganze Gegend des Oceans, wenig bekannt sind. Die Schiffahrt zwischen den einzelnen Inseln ist wegen der vielen Korallenriffe, die namentlich auch an Kuh Westküsten liegen, sehr gefährlich. Alle Inseln haben eine südöstl. Längengusdehnung bei nur geringer Breite, alle sind hoch und gebirgig, die Bergspitzen von bedeutender Höhe. Der Pie Lammas auf Guadalcanar steigt 2500, der Pic Balbi auf Bougainville 3067m auf. Die Inselchen Simbu (Eddystone) und Sesargo (zwischen Malaita und Gera) haben thätige Vulkane. Der Archipel ist dicht bewaldet, die Vegetation überhaupt reich und üppig. Unter den Waldbäumen finden sich Sandelholz und Ebenholz. Die Haupterzeugnisse sind Kokospalmen, Bananen, Zuckerrohr. Das Klima ist bei der großen Feuchtigkeit der Wälder nicht gesund. Die anscheinend auf einigen Inseln zahlreichen Bewohner, deren Zahl man auf 350000 schätzt, sind Melanesier, die den westlicher wohnenden an Begabung überlegen zu sein scheinen. Sie treiben Landbau in ausgedehnterm Maße und zeigen in der Verfertigung ihrer Boote und Geräte großes Geschick. Dem Kannibalismus sind sie in hohem Grade ergeben, leben in Polygamie und halten Sklaven. Verbindung mit den Europäern, gegen welche sie sehr mißtrauisch sind, besteht nur wenig. Doch haben sie sich auf Simbu und den umliegenden Eilanden in der neuesten Zeit mehr an den Verkehr mit Handelsschiffen, namentlich aus Neusüdwales, gewöhnt und diesen besonders Schwefel und Schildpatt geliefert. Deutsche Handelsagenturen bestehen hier und da. Kath. Missionare suchten ohne Erfolg das Christentum einzuführen; protestantische sind jetzt in den südlichsten Inseln damit beschäftigt. Vgl. Oberländer, „Oceanienv (Lpz. 1873); Meinicke, «Die Inseln des Stillen Oceans » (Opz. 1875).