Samarang oder Semurang, Hauptstadt der zweiten großen Hauptabteilung und der Residentschaft gleichen Namens von der Insel Java, an deren Nordküste unter 6 58 südl. Br. und 110˙25˙ östl. L. (von Greenwich) gelegen, zu beiden Seiten des Kali S. genannten Flusses an dessen Mündung, in niedriger, sumpfiger, häufigen überströmungen ausgesetzter Gegend, die sich aber schon wenige Kilometer südlich hügelartig erhebt. S. ist nächst Batavia und Surabaja der bedeutendste Handels- und Hafenort von Java und hat namentlich durch die 1865 eröffnete Eisenbahnverbindung mit Surakerta und Djokjokerta, wodurch die Abfuhr der Bodenerzeugnisse aus dem hieran so überreichem centralen Java sehr erleichtert wurde, an Wichtigkeit zugenommen. Die Bevölkerung der Stadt belief sich (1882) auf 65815 Seelen, von denen etwa 1850 Europäer, beinahe 5000 Chinesen, über 200 Araber und andere orient. Fremdlinge waren; der Rest bestand aus Eingeborenen und in überwiegender Mehrzahl Javanern. Der von Europäern bewohnte Stadtteil gleicht mit seinen kleinen, niedrigen, wenig ansehnlichen, in engen Straßen zusammengedrängten Häusern einer altholländ. Stadt; der abgeschlossene, ausschließlich von Chinesen bewohnte, durchaus einer chinesischen, während die von Javanern und Malaien bewohnten Kampongs mit ihren niedrigen, hauptsächlich aus Bambus errichteten, von Kokospalmen und andern Fruchtbäumen überschatteten Häusern beide genannten Stadtteile umschließen. Eine prachtvolle, von den im europ. Villastil erbauten Wohnungen der reichern Europäer eingefaßte Allee führt nach dem 1,5 km in südwestl. Richtung von S. entfernten Bodjong, woselbst das palastartige Wohnhaus des Residenten von S.; eine andere nach Pontiol, woselbst die Citadelle Prinz von Oranien », eine Anzahl von Kasernen und anderer Militärgebäude sich befinden. Von bedeutendern Gebäuden in S. sind nur das große Militärhospital, das Regierungsgebäude, verschiedene Kasernen und die Moschee der Araber erwähnenswert. Die Reede von S. ist eine offene, voller Morastbänke und während des Nordwestmonsuns häufig schwer zugänglich. Auch müssen größere europ. Schiffe in beträchtlicher Entfernung von dem Strande ankern. Durch die Schiffe der Niederländisch-Indischen Dampfschifffahrtsgesellschaften ist S. mit allen andern Dampfschiffahrtslinien des südl. und südöstl. Asien verbunden. Die Ausfuhr, hauptsächlich in Reis, Kaffee, Zucker, Indigo, Büffelhäuten u. s. w. bestehend, ist sehr beträchtlich, die Einfuhr, hauptsächlich in europ. Artikeln bestehend, weniger bedeutend. Die Residentschaft S. nimmt einen Flächenraum von 5187 qkm ein mit 1266 781 E., von denen 3605 Europäer, 1246091 Eingeborene, 14269 Chinesen, 702 Araber und 2114 Fremdlinge aus andern asiat. Ländern sind. amaria (hebr. Schomron), eine Stadt in Mittelpalästina, 10 km westlich von dem alten Sichem (Nablus), auf einem dominierenden Bergkegel gelegen, wurde 920 v. Chr. von Omri, dem sechsten israel. Könige, erbaut und bildete seitdem die Hauptstadt des Reiches Israel, welches auch nach ihr Reich Samarien genannt wurde. Von Sargon 722 zerstört, erhielt der Ort assyr. Kolonisten, welche sich mit den zurückgebliebenen einheimischen Elementen zu dem Mischvolke der Samaritaner (s. d.) verschmolzen. S. wurde nun Name der ganzen Landschaft, die im Norden von Galiläa, im Süden von Judäa begrenzt, den Mittelraum von Westpalästina einnimmt. Der Hasmonäer Johann Hyrkan zerstörte abermals die Stadt S., aber sie wurde bald wieder aufgebaut; Herodes d. Gr. erhielt sie vom Kaiser Augustus zum Geschenk, vergrößerte und zierte sie mit einem Tempel des Kaisers, dem zu Ehren er sie Sebaste (Augusta) nannte. Noch jetzt führt ein Dorf auf der großartigen Trümmerstätte den Namen Sebastieh.