FeedSandäle (grch.)
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Sandäle (grch.), eine schon im frühesten Altertum übliche Fußbekleidung, war ursprünglich eine Sohle von Holz, die um den Oberfuß mit Riemen befestigt wurde. Mit dem zunehmenden Luxus stieg die Kostbarkeit der S., die endlich einen Hauptartikel weiblicher Eleganz bildeten. Man liebte sie besonders aus zartem purpurfarbigen Leder, deren Riemenwerk reich mit Stick- und Metallarbeit ausgestattet wurde. Eine ganz andere Art, aus einer starken, oft dreifachen Sohle bestehend, bei den Männern noch mit Nägeln beschlagen und fester geschnürt, waren die sog. tyrrhenischen S., die zum Ausgehen auf die Straße dienten. Noch sind die S. im Orient gewöhnlich. Auch nennt man S. die mit Gold und Perlen gestickten Prachtsocken, welche die höhern kath. Geistlichen bei feierlichen Gelegenheiten zu tragen pflegen. Ähnlich sind die noch erhaltenen S. des Krönungsornats der frühern deutschen Kaiser: von karmoisinrotem Seidenzeug, im übrigen aber mit goldenem Stickwerk in Form von I und Sirenen und reicher Perlstickerei verziert, sowie mit einer Goldborte eingefaßt. Sandarach, Realgar oder Arsenrubin, auch rotes Arsenglas Laendf ist Arsensulfür (Asz S.), s. unter Arsen(⸗Verbindungen).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 188Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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