Stola (lat.) hieß bei den Römern ein bis auf die Füße reichendes Gewand mit Armeln, welches vorzugsweise von Frauen aus höhern und niedern Ständen getragen wurde und bei erstern Streifen von Gold und Purpur und außerdem noch unten einen breiten Saum oder Besatz (instita), bei letztern dagegen nur einen einzigen goldenen Streifen hatte. (S. Tunica.) Später bezeichnete man damit den Chorrock oder die Festkleidung der kath. Geistlichen. Schon das Konzil von Laodicea 372 erwähnt derselben als eines Ehrenkleides. Ihre Einfassung war nicht immer mit dem Kleide verbunden, döndern wurde auch gesondert getragen, woraus sich die heutige Gestalt der S. erklärt, indem sie aus einer langen und breiten weißen oder farbigen Binde von Seide oder Silberstoff besteht und bei den Diakonen über die linke Schulter nach der rechten Hüfte zu in Form eines Ordensbandes, bei den übrigen Priestern aber über beide Schultern und die Brust kreuzweise herabhängt. Diese S. ist mit drei Kreuzen, an den Enden häufig noch mit Glöckchen versehen, bei Prälaten mit Stickerei und Perlen verziert und zur Verrichtung der Messe unumgänglich notwendig. Unter den Protestanten haben nur die Geistlichen der Anglikanischen Kirche die S. beibehalten. Vgl. Berrisch, Die S. in ihrer Entstehung, Beschaffenheit, Bedeutung und Anwendunge (Köln 1867).