Sankt Pölten, Hauptstadt des ehemaligen Kreises ob dem Wienerwalde im Erzherzogtum Osterreich unter der Enns, 61 km westlich von Wien am linken Ufer des Treisenflusses und an der Kaiserin-Elisabethbahn, von der hier die Niederösterreichische Südwestbahn nach Leobersdorf und die Lokalbahn nach Tulln abzweigt, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts sowie eines Bischofs und Domkapitels und zählt (1880) 10015 E. Bemerkenswerte Gebäude sind die bischöfl. Residenz (das ehemalige Chorherrenstift, die älteste Klosterstiftung im Lande), das Rathaus, die im Innern reich ausgestattete Domkirche, die Franziskaner-Pfarrkirche, die Dreifaltigkeitssäule am Rathausplatze und das Kaiser-Joseph-Denkmal im neuen Stadtpark. Von höhern Unterrichtsanstalten sind vorhanden ein bischöfl. Priesterseminar, ein Landesreal- und Obergymnasium, eine Lehrerbildungsanstalt, eine Militärunterrreal-Shule; auch bestehen daselbst ein Englisches Fräuleinstift, ein Taubstummeninstitut. Vgl. Kerschbaumer, «Geschichte des Bistums S. v (2 Bde., Wien 1875—76). [Saint-Thomas.