Crotonöl (Oleum Crotonis) wird durch Auspressen der zuvor etwas gerösteten Samen von Croton Tiglium (s. Croton) gewonnen und kommt über Madras oder Bombay in den Handel. Es ist dülsensso „honiggelb oder gelbbraun, hat einen widrigen, beim Erwärmen mehr Whnmt, Lbiet; Geruch und brennendscharfen Geschmack, rötet Lackmus und ist das drastischste Purgiermittel, welches man kennt. Das C. besteht hauptsächlich aus Stearin⸗, Palmitin⸗, Laurir⸗ und Olsäure und deren Glyceriden neben geringen Mengen verschiedener flüchtiger Säuren (Essig⸗, Butter⸗, Baldriansäure) und der ihm eigentümlichen scharfen Crotonsäure, sowie aus dem harzigen, terpentinartijen Crotonol. Schon wenige Tropfen C., innerich genommen, verursachen das heftigste Purgieren unter Kolikschmerzen und zugleich Entzündung der Magen⸗ und Darmschleimhaut; größere Gaben können den Tod herbeiführen. Das C. muß daher mit der größten Vorsicht angewendet werden; der * greift gewöhnlich nur in verzweifelten Fällen, z. B. bei Starrkrampf und andern Gehirnleiden, wo es sich um Erzielung einer schnellen und starken Ableitung handelt, bei Koterbrechen, Bleivergiftung u. s. w. zu diesem Mittel. Es wird inner ich nie für sich allein, sondern in Pillen oder in Mandelmilch, oder auch in einem schleimigen Klystier gegeben. Außerlich eingerieben, ruft das C. Entzündung, Blasen und Pusteln auf der Haut hervor Man wendet es deshalb bei Hüftgelenkleiden, heftigem Zahnschmerz und Gesichtsreißen, rheumatischen Lähmungen, entzündlichen Kehlkopfaffektionen als wirksames Ableitungsmittel an.