FeedSaprolegniaceen
TierreichBrockhaus 1882

Saprolegniaceen (Saprolegniacéae) ist der Name einer Gruppe von Pilzen aus der Abteilung der Phykomyceten, deren Arten insgesamt im Wasser vorkommen, wo sie teils als Saprophyten auf toten Tieren und Pflanzen, teils als Parasiten auf lebenden Wassertieren (Crustaceen, Fische) oder auch auf Pflanzen leben. Sie bilden farblose, verzweigte, fadenförmige, nicht mit Querwänden versehene Schläuche, welche, wenn sie in Menge nebeneinander wachsen, sich dem bloßen Auge als weißliche, schimmelartige Flecken darstellen. Die S. sind die ersten Pilze gewesen, bei welchen (durch Pringsheim) Geschlechtsorgane, männliche (Antheridien) und weibliche (Oogonien), entdeckt wurden. Neben der Fortpflanzung durch ruhende Sporen (Oosporen), welche in dem von den Antheridien befruchteten Oogonien entstehen, kommt noch und viel häufiger eine Vermehrung durch Schwärmsporen Goosporen) vor, welche sofort keimen und neue Mycelien entwickeln. Auf der zahlreichen Entwickelung dieser Schwärmer, welche in keulenförmigen durch eine Querwand abgegliederten Zweigenden des Mycels gebildet werden, beruht das oft massenhafte Auftreten gewisser S. im Frühling und Sommer. Die Mehrzahl der S. lebt saprophytisch, nur wenige finden sich als Parasiten auf lebenden Pflanzen und Tieren. Besonders schädlich für die künstliche Fischzucht ist eine Art, die gewöhnlich als Saprolegnia ferax bezeichnet wird. Sie zerstört sowohl die Eier wie die jungen Fischchen und vegetiert auf den getöteten Fischens⸗ Wauch dil weiter. Nach neuern Untersuchungen soll auch die unter dem Namen Krebspest (I. d.) verheerend auftretende Krankheit durch eine S. verursacht werden. „Saprophyten nennt man in der Botanik alle diejenigen Gewächse, die kein Chlorophyll enthalten und nicht als Schmarotzer auf Pflanzen oder Tieren leben. Die große Mehrzahl der S. gehört zur Gruppe der Pilze (s. d.), sie vegetieren sämtlich auf Tier⸗ oder Pflanzenleichen oder auf andern organischen Stoffen und bewirken in der Regel eine chem. Zersetzung des Substrats, die sich durch Fäulnis (. d.), Gärung (s. d.) und ähnliche Prozesse zu erkennen gibt. Einige saprophytische Pilze können auch als echte Parasiten leben, und entwickeln sich dann nach dem Absterben der befallenen Pflanzen oder Tiere als S. weiter. (Vgl. Parasiten.) Unter den höhern Pflanzen kennt man nur wenige S., es sind dies meist chlorophylllose Arten aus der Familie der Orchideen, die nur auf sehr humusreichem Waldboden gedeihen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 229Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Tierreich 6