Sarti (Giuseppe), bedeutender ital. Komponist, geb. zu Faenza 28. Dez. 1729, war zuerst Chorknabe in seiner Vaterstadt und studierte dann in Bologna beim Pater Martini. Im Alter von 22 J. schrieb er seine erste Oper: Pompeo in Armeniav, die in Faenza viel Glück machte. Als Hofkapellmeister wirkte er neun Jahre in Kopenhagen, besuchte auch London, kehrte aber 1770 wieder nach Italien zurück, wo er (als Sacchinis Nachfolger) Direktor des Konservatoriums dell' Ospedaletto wurde. In dieser Stellung verfaßte er bis 1779 eine ganze Reihe von Opern (Cleomenev, La clemenza di Titov, La Contadina fedéelen, I finti Erediv, genia in Auliden, Epponimas, «Il militaro bizarrop, 4Gli amanti consolati v), von denen die meisten günstig aufgenommen wurden. Er wurde 1779 Kapellmeister am Dom zu Mailand und ging 1784 als kaiserl. Kapellmeister nach Petersburg, wo ihn anfangs Katharina II. mit großer Auseichnung behandelte, er aber infolge von Intriguen 160 Amt verlor. Doch blieb ihm die Freundschaft Fürsten Potemkin, auf dessen Gütern in der Ukraine er bis 1793 lebte. S. kehrte hierauf nach Katerm wi zurück und gewann hier die Gunst der aiserin wieder, auf deren Befehl er nun in Jekaterinoslaw ein Musikkonservatorium einrichtete, für dessen Leistungen er 1795 in den russ. Adelsstand erhoben wurde. Er starb 28. Juli 1802 zu Berlin. S. hatte in Rußland noch mehrere Opern (3. B. „Rinaldo et Armida, und eine in russ. Sprache: „Der Ruhm des Nordenso), ein Tedeum und einige andere kirchliche und weltliche Gelegenheitsstücke komponiert. Als Komponist besaß er die Gabe reicher Erfindung und wußte wirksam für die Scene zu setzen. Er gehörte zu den besten Musikern seiner Zeit; eine mehrfach gedruckte achtstimmige Gesangssuge zeigt ihn als echten Schüler Martinis.