Sarto (Andrea del), einer der berühmtesten Maler der florent. Schule, geb. in Guelforda bei Florenz 148 7. Sein Vater hieß Agnolo del Sarto; der angebliche Familienname Vannucchi kommt erst bei spätern Schriftstellern vor. Anfangs bei einem Goldschmied in der Lehre, wurde er dann Schüler des Piero di Cosimo, eines Zeitgenossen und in frühern Jahren Nebenbuhlers da Vincis; vorzugsweise aber bildete er sich nach Masaccios Werken in Carmine, nach Domenico Ghirlandajo und nach da Vincis und Buonarrotis herühmten Kartons im Signoripalast. Diese Vorbilder führten ihn auf die Freskomalerei hin, in der er sich besonders auszeichnete. Im J. 1509 begann er die Darstellungen aus dem Leben des heil. Filippo Benizzi im Vorhofe der Annunziata zu Florenz, die er 1514 mit dem Bilde der Geburt der Madonna (gestochen von A. Perfetti) beendigte. * ihnen zeigt sich seine Eigentümlichkeit am schönsten. Bei schlichter Würde der Komposition und Reinheit der Form ist Anmut und Heiterkeit, durch das frische Kuorit gchoben über das Ganze ausgegossen. Den Cyklus von Fresken aus dem Leben Johannes des Täufers, im Hofe der Compagnia dello Scalzo in Chiaroscuro ausgeführt, begann er 1514 und vollendete ihn erst 12 Jahre später. Die schönsten Werke seiner mittlern Epoche sind die Madonna di San-Francesco (1517) in der Tribune der florent. Galerie (gestochen von J. Felsing) und die streitenden Gottesgelehrten im Palast Pitti. Im J. 1518 zog ihn Franz I. nach Paris, wo er unter anderm die Charitas im Louvre malte. Er lebte nachher wieder in seiner Vaterstadt. Aus dem J. 1524 ist die Pietä im Palast Pitti (gestochen von P. Bettelini), von 1525 sein berühmtestes Wandgemälde, die Madonna del Sacco in der Annunziata (gestochen von R. Morghen), von 1528 die Madonna mit Heiligen im berliner Museum, von 1529 das Opfer Abrahams in Dresden. Sein umfangreiches Fresko, Christi Abendmahl, in der vormaligen Abtei San-Salvi bei Florenz, wirkte so mächtig auf die vor der Belagerung der Stadt 1529 das Kloster zerstörenden Kriegsleute, daß sie das Gebäude verschonten. Er starb zu Florenz 22. Jan. 1531. Sein bester Schüler war Jacopo da Pontormo. Vgl. Reumont, «Andrea del S.v (Lpz. 1835).