Savage (spr. Säwedsch, Richard), engl. Dichter, geb. 16. Jan. 1697 zu London, als natürlicher Sohn der Gräfin Macclesfield und des Lord Rivers. Die Mutter wurde von ihrem Gemahl geschieden und übergab das Kind einer armen Frau, als deren Sohn es erzogen wurde. S. kam zu einem Schuhmacher in die Lehre und entdeckte nach dem Tode seiner Pflegemutter aus Briefen das Geheimnis seiner Geburt. Vergebens bat er seine Mutter um Anerkennung; ia als S. einige Zeit danach in der Trunkenheit einen Totschlag begangen hatte und deswegen zum Tode verurteilt wurde, bemühte sie sich eifrig, obwohl umsonst, die königl. Begnadigung zu verhindern. Seine merkwürdige Geschichte war unterdessen bekannt geworden und verschaffte ihm Freunde und Unterstützung, die er aber durch seine Ausschweifungen verscherzte. Er starb im Gefängnis zu Bristol 1. Aug. 1743. S. war mit Johnson befreundet, der eine Biographie S.s (KLike Richard 8.5, Lond. 1744 schrieb. Schon damals tauchte brigens der Zweifel auf, ob S. wirklich derjenige sei, für den er sich ausgab, und seitdem hat sich die Ansicht Bahn gebrochen, daß der Sohn der Gräfin Macclesfield in der That als Kind starb, und daß S. ein Betrüger war. Als Dichter hat sich S. hauptsächlich durch zwei Gedichte The wanderero und The bastardo bekannt gemacht, die wenigstens reich an schönen Stellen sind. Seine Werke erschienen zu London 1775 (2 Bde., neue Aufl. 1777). Seine Geschichte gab Gutzkow Stoff zu dem Trauerspiel «»Richard S. v.