Sohn (Karl Ferd.), Historienmaler, geb. in Berlin 10. Dez. 1805, besuchte 1823 die Akademie daselbst, folgte 1826 seinem Lehrer Schadow nach Düsseldorf, wo im folgenden Jahre sein Gemälde des Liebespaares Rinaldo und Armide großen Beifall erregte. Stoffe der Mythe und der Dichtung zogen ihn vorzugsweise an, so Romeo und Julie, Diana und Aktäon, der Raub des Hylas, Lorelei u. a. Seine Art ist die der ruhigen, innigen Schilderung anmutiger Jugendschönheit, besonders weiblicher Gestalten, die er mit feiner Grazie, doch stets leidenschaftslos darzustellen wußte. Die angedeutete Richtung 100n Bil ihn ganz besonders auch zum ideglisierenden Bildnismaler, als welcher er große Beliebtheit errang. Mit Schadow besuchte er 1830 den Süden, dann die Niederlande und Paris. Im J. 1832 wurde er an die düsseldorfer Akademie berufen, 1838 Professor, wo er an Becker und seinen Söhnen Richard und Karl tüchtige Schüler erzog. S. starb in Köln 26. Nov. 1867. Wilhelm S., Historien- und Genremaler, des vorigen Neffe, geb. 29. Aug. 1830 in Berlin, studierte 1846 bei seinem Onkel in Düsseldorf, begab sich dann auf Reisen und trat zuerst mit religiösen Kompositionen an die Offentlichkeit. Sein Christus auf dem Meere (1853) kam in die düsseldorfer Galerie, der Olberg (1855) als Altarbild in eine schles. Kirche. In einem spätern Werke, welches er im Auftrag der Regierung malte, Patricier bei der Abendmahlsfeier (berliner Galerie), kehrte er noch einmal zu einem derartigen Stoffe zurück, während im übrigen ihn das Genre alsbald ganzlich beschäftigte. Hier erwies sich der Einfluß der belgischfranz. Schule sehr merkbar. Er charakterisiert scharf und hat ein schönes Kolorit, so in den Bildern: Beim Rechtsanwalt (1865, Museum in Leipzig), die Gewissensfrage (1864, Karlsruhe), Verschiedene Lebenswege u. s. w. Seit 1874 wirkt S. erfolgreich als Lehrer an der Akademie in Düsseldorf.