FeedSchäßburg lungar.Segesvär
ErdkundeBrockhaus 1882

Schäßburg lungar.Segesvär, walach. Sigisiora, lat. Schaesburgum oder Castrum Sex), Stadt in Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XIV. Siebenbürgen und seit 1876 Amtssitz des Groß-Kokelburger oder Groß-Küküllöer Komitats, früher Vorort des zum Sachsenland 4 Kot en Schäßburger Stuhls, liegt am großen Kokel und an der Linie Großwardein-Kronstadt der Ungarischen Staatsbahnen, in anmutiger Gegend und zählt 8788 C., meist Deutsche, dann Rumänen und Magyaren. Von den vier luth. Kirchen ist die auf einem Berge (Schulberg) gelegene, schöne got. Bergkirche, deren Bau 1429 begann, zu erwähnen. Außerdem bestehen eine röm.⸗gath. und eine griech.⸗ nichtunierte Kirche. Die Stadt hat ein evang. (deutsches) Obergymnasium mit Bibliothek, Münz-, Altertümer⸗ und Naturaliensammlung, ein evang.⸗ deutsches Schullehrer- und Predigerseminar, eine evang.⸗deutsche Unterrealschule, eine evang.⸗deutsche Volksschule für Knaben und Mädchen, eine kath. Normalschule und eine griech.-nichtunierte Elementarschule. Den Hauptindustriebetrieb der deutschen Bevölkerung bildet die Baumwollweberei. Die Walachen beschäftigen sich vorzugsweise mit Ackerbau, namentlich mit der Produktion von Kukuruz (Mais). Auch wird hier guter Wein und Hopfen erzeugt. Die Burg von S., gewissermaßen ein eigener Stadtteil, gewährt mit ihren zahlreichen Türmen und Befestigungswerken einen pittoresken Anblick und war bereits 1280 in ihrem gegenwärtigen Umfange ausgebaut. Westlich von der Stadt liegen die Überreste eines festen röm. Standlagers (Stenarum). Am 31. Juli 1849 schlug der russ. General Lüders bei S. die ungar. Insurgenten unter Bem, der hier seinen Adjutanten, den berühmten ungar. Dichter Petöfi (J. d.), verlor.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 305Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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