Schenkendorf (Gottlob Ferd. Maximilian von), deutscher Dichter, geb. 11. Dez. 1783 zu Tilsit (nicht auf dem erst 1790 von seinem Vater angekauften Gute Lenkonischken, wie oft angegeben wird) als der Sohn eines preuß. Offiziers. Der Verkehr mit einigen pietistischen Familien blieb nicht ohne Einfluß auf ihn. Einwirkungen der romantischen Dichterschule, besonders die Schriften von Novalis und Jung ⸗Stilling, kamen hinzu. Nachdem er in Königsberg Kameralia studiert und 1805 einen praktischen Kursus derselben im Amt Waldau durchgemacht, trat er als Referendar in die Regierung zu Königsberg ein. Er nahm an dem Befreiungskriege teil, erhielt nach dem Frieden eine Anstellung als Regierungsrat zu Koblenz, starb aber bereits 11. Dez. 1817. Einen bedeutenden Namen erwarben ihm seine «Christl. Gedichtes (1814) und die Gedichtes (Stuttg. 1815), welche, größtenteils während des Kriegs entstanden, schon vorher unter seinen Freunden und Waffengefährten weite Verbreitung gefunden hatten. S. steht unter den Dichtern der Befreiungskriege am meisten auf positiv-christl. Boden und weist in polit. Beziehung auf das Mittelalter zurück, wie er z. B. überall die Herstellung des deutschen Kaisertums fordert. Eine gerechtere Würdigung S.s wurde möglich, seit sein «Poetischer Nachlaß» (Berl. 1832) und seine (Sämtlichen Gedichtes (Berl. 1837; 4. Aufl., von Hagen mit einem Lebensabriß, Stuttg. 1871) erschienen. Vgl. Hagen, Max von S.s Lebeno (Berl. 1863).