FeedSchindler (Alexander Jul.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Schindler (Alexander Jul.), österr. Schriftsteller, bekannt unter dem Pseudonym Julius von der Traun, geb. 26. Sept. 1818 zu Wien, studierte daselbst Philosophie und später am Polytechnischen Institut Mathematik und Chemie, leitete zwei Jahre die Fabriken seines Vaters und trat dann als Chemiker in eine Kattunfabrik zu Steyr in Oberösterreich. Bald darauf jedoch ergriff er das Studium der Jurisprudenz, ward 1846 Justitiar des Fürsten Lamberg zu Steyr und trat 1850 in den Staatsdienst. Im J. 1854 durch die Reaktion beseitigt, wurde er 1856 Domänenverwalter des Grafen Henckel von Donnersmarck zu Wolfsberg in Kärnten, später Generalsekretär der privilegierten Staatsbahngesellschaft zu Wien. Im J. 1861 wurde er als Vertreter Wiens in den Reichsrat gewählt, wo er zu den Führern der Opposition gehörte. Seit 1870 lebte er teils auf seiner Besitzung Leopoldskron bei Salzburg, teils zu Wien, wo er 16. März 1885 starb. Von seinen Schriften sind zu nennen: die Novellen Die Abtissin von Buchauv (Berl. 1877), „(Der Liebe Müh' umsonsto (3 Novellen, Teschen 1884), „Der Schelm von Bergen» (Wien 1879; 4. Aufl. 1885), der Roman „(Goldschmiedkindero (Wien 1880) und die Dichtungen: «Salomon, König von Ungarno (2. Aufl., Stuttg. 1876), «Toledaner Klingeno (Wien 1876), Gedichter (2 Bde., Stuttg. 1871, 3. Aufl. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 362Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6