FeedSchir-Ali
GeschichteBrockhaus 1882

Schir-Ali, Emir von Afghanistan, ein jüngerer Sohn des 29. Mai 1863 verstorbenen Dost-Mohammed-Chan, wurde 1825 geboren, trat nach dem Tode des Vaters die Herrschaft an, hatte aber mit seinen zahlreichen Geschwistern und Verwandten harte Kämpfe zu bestehen und verlor gegen sie 5. Mai 1866 die Schlacht bei Schekabad und dadurch den Thron. Doch gelang es S., mit Hilfe seines Sohnes Nakub durch den Sieg bei Bamian (Dez. 1868) und bei Ghasne (Jan. 1869) sich des Throns wieder zu bemächtigen. Yakub, ein Gegner der Reformbestrebungen des Vaters, erregte zwar 1870 mit Hilfe der altnationalen Partei einen Aufstand, der indes mit der Eroberung Herats (8. Mai 1870) durch S. unterdrückt wurde. Später fand dann ein Ausgleich zwischen Vater und Sohn statt. Im August 1878 wies S. eine indo-brit. Gesandtschaft des Vizekönigs Lord Lytton schon an der Grenze zurück, obgleich er kurz zuvor eine große militärische Gesandtschaft Rußlands in Kabul mit den höchsten Ehren empfangen hatte. Als Antwort auf diese Beleidigung drangen 20. Nov. die brit. Truppen in drei Kolonnen in Afghanistan (s. d.) ein und 13. Dez. verließ S. Kabul und begab sich nach dem russ. Turkestan, wo er 21. Febr. 1879 zu Mezarischeriff starb. Zu Kabul war inzwischen Yakub zum Emir ausgerufen worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 364Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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