Schirach (Gottlob Benedikt von), deutscher Geschichtschreiber und Publizist, geb. 1743 zu Tiefenfurth in der Oberlausitz, studierte zu Leipzig klaf-V sische Sprachen, Geschichte und Litteratur. Im J. 1764 ging er nach Halle, wo er mit Semler und Klotz genauer bekannt wurde. Bei den gelehrten Fehden des letztern war S. auf dessen Seite. Er gehörte zu den ersten deutschen Schriftstellern, welche die Geschichte mit Kritik und philos. Geiste behandelten. Im J. 1769 wurde er außerord., 1770 ord. Professor in der philos. Fakultät zu Helmstedt. Wegen seiner (Biographie Kaiser Karls VI.(Halle 1776) erhob ihn die Kaiserin Maria Theresia in den Adelsstand. Im J. 1780 folgte er als Legationsrat einem Rufe der dän. Regierung nach Altona, den zunächst seine Schrift Küber das königl. dän. Indigenatrechth (Hamb. 1779) veranlaßt hatte. Im folgenden Jahre begann er das «Polit. Journals, dem er bis an seinen Tod (7. Dez. 1804) seine Thätigkeit widmete, und das dann sein ältester Sohn, Wilhelm von S., geb. 25. Sept. 1779, der Konferenzrat in Kiel war, bis 1812 fortsetzte, worauf es unter andern Redactionen noch bis 1839 erschien. In diesem Journal stellte er die Ereignisse der neuern Geschichte mit einer durch Beigabe der wichtigsten Urkunden belegten Treue dar, welche es zu einer Quelle für den Geschichtsforscher machen. Außerdem veröffentlichte er noch: 4Biographien der Deutschend (6 Bde., Halle 1771—74), Ephemerides literariae Helmstadienseso (5 Bde., Helmst. 1770—73), (Magazin der deutschen Kritik' (4 Bde., Halle 1772 —76), die übersetzung der Biographieno des Plutarch (8 Bde., Berl. 1776—80).