FeedSchlacken
NaturlehreBrockhaus 1882

Schlacken nennt der Metallurg die bei den meisten Schmelzprozessen erfolgenden glas⸗ oder porzellanartigen, nach dem Erkalten vorwaltend von Metalloxyden und Schwefelverbindungen denartig gefärbten Abfälle und Gemenge, welche sich im Sumpfe des Schmelzofens oder im über den metallreichen Produkten ansammeln. Ihre Farbe ist hauptsächlich von ihrer Zusammensetzung abhängig, wechselt aber nach der Temperatur ihres Entstehens. Bei einigen Schmelzungen machen die den Erzen (s. d.) beigemengten Gesteinsarten das einzige Material zur Schlackenbildung aus, bei andern aber werden gewisse Stoffe, sog. Zuschläge, wie Kieselerde, Kalk, Flußspat u. a., den Erzen beigemengt (zugeschlagen), um das schlackengebende Material zu vermehren oder seine Eigenschaften zweckmäßig zu verändern. Die Zusammensetzung der S. ist für den Hüttenmann von großer Wichtigkeit, um danach in Qualität und Quantität der Zuschläge zweckmäßige Veränderungen vorzunehmen. Die S. sind häufig Verbindungen der Kieselsäure mit verschiedenen Basen, sowohl Erden als leichten reduzierbaren Oxyden, bald leichter, bald schwerer schmelzbar, zum Teil amorph (glasig, emailartig, steinig, erdig), zum Teil krystallinisch. In Bezug auf ihren relativen Gehalt an Kieselsäure unterscheidet man einfache, zweifache oder dreifache Silicate. S., welche aus dem geschmolzenen Zustande in den starren plötzlich übergehen, werden frisch, solche aber, bei denen sich die Erstarrung allmählich einstellt, saiger genannt. S., welche Metalle und Verbindungen derselben mechanisch eingeschlossen enthalten, werden durch mechan. Aufbereitung (Pochen, Waschen etc.) davon befreit. Die S. werden oft wie Steinmaterial auf Chausseen und zum Häuserbau verwendet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 369Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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