Schleimhaut, welche der Lederhaut entspricht und eine Bindegewebsschicht von wechselnder Dicke darstellt, und aus der obersten, an der freien Schleimhautfläche gelegenen Epithelialschicht, welche, der Oberhaut vergleichbar, aus plattenförmigen oder cylindrischen, stellenweise auch mit Wimpern besetzten Zellen besteht. In die S. sinden sich zahlreiche einfache oder zusammengesetzte Schleimdrüsen (glandulae mucosae), sowie geschlossene Drüschen (Bälge, Follikel) eingebettet, und ihre Oberfläche wird von Zotten und Wärzchen überragt; auch sind sie reich an Blutgefäßen und Nerven. Die S. haben eine schlüpfrige, stets feuchte und mit Schleim überzogene Oberfläche. Dieser Schleim ist das Produkt der Schleimdrüsen, die ihren Inhalt an der Oberfläche entleeren. Wegen dieser Beschaffenheit kann ein rauher Körper (Bissen) leicht über dieselben hinweggleiten und die Luft ohne große Reibung über sie streichen (im Kehlkopf beim Sprechen und Singen). Zugleich bietet die Schleimschicht einigermaßen Schutz gegen Verletzungen. Eine fernere wichtige Eigenschaft der stets durchfeuchteten Schleimhaut ist ihre Durchgängigkeit für Gase und Flüssigkeiten. Daher können die an der Nasenschleimhaut vorüberstreichenden riechenden Stoffe so leicht durch den Geruch wahrgenommen werden, und deshalb geht auch ein Austausch zwischen der Luft in der Lunge und den Gasen des Blutes so schnell von statten. Durch die Schleimhaut des Darmkanals hindurch erfolgt die Aufsaugung der Verdauungsprodukte und anderer löslicher, im Darmka enthaltener Substanzen. Manche S. sind noch mit besondern Organen für ihre Verrichtungen versehen. So enden in der Nasenschleimhaut die Geruchsnerven, in der Schleimhaut der Zunge und des Gaumens die Geschmacksnerven, und die Darmschleimhaut besitzt besondere Vorrichtungen für die Aufsaugung. Andere S. wieder liefern ein spezifisches Sekret, wie die Magenschleimhaut den Magensaft u. s. w. Eine wichtige Eigenschaft der S. ist endlich das Vermögen, allen Bewegungen der Organe, denen sie angehören (z. B. dem Darme), leicht und ohne Widerstand zu folgen. Die häufigste Krankheit der S. ist der Katarrh (. d.), die meist gutartige Entzündung derselben, wobei sie anschwellen, blutreich werden und viel veränderten Schleim absondern, auch zum Teil ihre Funktion verlieren (bei Schnupfen riecht man nicht, bei Magenkatarrh verdaut man schwer). Weit wichtiger, aber auch seltener sind zwei andere Erkrankungsformen der S., nämlich Krupp (s. d.) und Diphtheritis (s. d.). Außerdem nehmen die S. an vielen Erkrankungen des Körpers teil, so bei Scharlach, Masern, Syphilis, Tuberkulose, Krebskrankheit u. a. Über Bau und Verrichtung der Schleimdrüsen s. Drüsen.